Mittwoch, 5. Juli 2017

"William Wenton und die Jagd nach dem Luridium"

Geheime Codes und lebendiges Metall: "William Wenton und die Jagd nach dem Luridium"!

Bobbie Peers, übersetzt von Gabriele Haefs
William Wenton und die Jagd nach dem Luridium
978-3-551-55367-6
Carlsen Verlag
Alter: 10+

Vor acht Jahren ist William Wentons Großvater spurlos verschwunden. Williams Familie musste aus England fliehen und lebt nun unter dem Namen Olsen in Norwegen. William liebt Codes und Rätsel, was seinem Vater gar nicht recht ist. Der schneidet sogar die Kreuzworträtsel aus der Zeitung, damit William sie nicht in die Finger bekommt. Bei einem Schulausflug ins Museum, knackt William einen angeblich unlösbaren Code, an dem die klügsten Köpfe Norwegens gescheitert sind. Die Aufmerksamkeit, die das auslöst, ist seinen Eltern gar nicht recht. Tatsächlich wird die Familie bald darauf von einem Roboter in ihrem Haus überfallen. William wird, zu seiner eigenen Sicherheit, von einigen sehr seltsamen Leuten nach England ins Institut für posthumane Forschung gebracht. Er erfährt, dass sein Großvater, Tobias Wenton, einer der Gründer des Instituts war. Im Institut begegnen ihm sonderbare Roboter, sprechende Türen, mechanische Putzfrauen und allerlei andere verrückte Erfindungen. Williams Privatlehrer Benjamin Slapperton erklärt ihm, dass der Code im Museum nur dazu diente, ihn ausfindig zu machen. Außer William gibt es noch fünf weitere Kandidaten. Kandidaten für was? William versteht nicht, was hier vorgeht. Das er auf seinem Orbis (eine Art Schlüssel/Rätsel in Form einer schwebenden Kugel) in Rekordzeit Level 3 erreicht, weckt den Neid der anderen Kandidaten. Der fiese Freddy fordert ihn zum „Duell“ heraus, zieht aber den kürzeren. Dafür lernt William im kybernetischen Garten die nette Iscia kennen. Mit ihr schleicht er sich heimlich ins Büro des Direktors. Er sucht Information über seinen Großvater, findet aber nur ein einziges Foto in einer, ansonsten leeren, Akte. Der Direktor erwischt die beiden und erzählt William schließlich die ganze Geschichte: Vor vielen Jahren entdeckte ein Bahnarbeiter namens Abraham Talley zufällig eine Substanz namens Luridium, ein intelligentes Metall, das in den falschen Händen sehr gefährlich sein kann. Talley und das Luridium verschmolzen miteinander. Das Wesen, das dadurch entstand, entpuppte sich leider als durch und durch böse. Talley ist es auch, der hinter William her ist. Er benötigt mehr Luridium, um seine Macht zu vergrößern und unsterblich zu werden. Einst gab es einen Klumpen Luridium im Institut, doch es wurde vor einigen Jahren gestohlen, von Williams Großvater. William fällt es schwer zu glauben, dass sein Großvater ein Dieb ist. Plötzlich wird das Institut von Talleys Roboter angegriffen. William wird schnell an einen sicheren Ort gebracht. Dort begegnet ihm ein Hologramm seines Großvaters, das ihm erklärt, warum er damals das Luridium gestohlen hat. Er tat es, um Williams Leben zu retten! William wurde als kleines Kind bei dem Autounfall, der seinen Vater in den Rollstuhl brachte, so schwer verletzt, dass es praktisch keine Hoffnung mehr gab. Verzweifelt griff sein Großvater zu einer drastischen Maßnahme. Er verschmolz den kleinen William mit dem Luridium. Seitdem bestehlt William genaugenommen aus 49% Metall. Das Luridium ist an sich weder gut noch böse. Erst durch die Verschmelzung mit einer Lebensform verändert es sich in die eine oder andere Richtung. Jetzt ist William klar, warum Talley hinter ihm her ist. Er will Williams Luridium aus seinem Körper saugen und sich damit stärken. William flieht mit Iscia aus dem Versteck und die beiden begeben sich nach London, wo Tobias Wenton, dem Hologramm zufolge, im Kälteschlaf liegt. William deaktiviert den Kältetank. Doch der, den er da auftaut, ist nicht sein Großvater … !
Ein super spannendes Abenteuer! Ich freue mich schon total auf die Fortsetzung!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung"

Rettungsmission mit Herz und Ballon: "Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung"!

Simon van der Geest, übersetzt von Mirjam Pressler
Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung
978-3-522-18454-0
Thienemann Verlag
Alter: 10+

Ro kann es nicht fassen. Seine Mutter sitzt unschuldig im Gefängnis! In dem Museum, in dem sie als Putzfrau arbeitet (eigentlich ist sie Polarforscherin, aber da war kein Job frei), wurde ein wertvolles, altes Logbuch gestohlen. Die Beweise gegen sie waren dürftig, aber der Museumsdirektor hatte die besseren Anwälte bzw. das dickere Portmonee. An jedem Besuchstag besucht Ro seine Mutter, aber sein Vater drückt sich meist. Seit Wochen scheint er an seiner Playstation festzukleben und die grausame Realität zu verdrängen. In Ros Klasse weiß nur sein bester Kumpel Archie über die Situation Bescheid. Allen anderen hat Ro gesagt, seine Mutter sei auf See. Archie verknallt sich total in Lela, die Neue in der Klasse. Es ist, als wäre Lela magnetisch und würde ihn anziehen. Liegt es an ihrer Zahnspange oder an ihren Augen? Lela freundet sich schnell mit Archie und Ro an. Als die Klasse einen Ausflug ins Museum macht, passiert genau das, was Ro insgeheim schon befürchtet hat. Als sie bei der Führung zu der leeren Vitrine kommen, erfahren alle von dem Diebstahl. Der fiese Menno, dessen Vater Polizist ist, muss natürlich sofort herum posaunen, wer für diesen Diebstahl im Gefängnis sitzt. Ro würde am liebsten im Erdboden versinken. Zum Glück halten Archie und Lela fest zu ihm. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, wie sie Ros Mutter befreien können. Der erste Versuch geht jedoch gründlich in die Hose. Sie wollen sie im Elekroscooter von Alfies Opa aus dem Gefängnis schmuggeln. Der als Opa verkleidete Alfie geht jedoch mitsamt Scooter im Hafenbecken baden, noch ehe sie überhaupt auf der Fähre sind. Das kommt davon, wenn man Motor und Bremse ausbaut, um Platz zu schaffen. Ein besserer Plan muss her. Warum nicht im Schutz der Dunkelheit mit einem Heißluftballon zur Gefängnisinsel fliegen? Jetzt muss nur noch ein Ballon her. Praktisch, dass Ros Vater im Wertstoffhof arbeitet. Er besorgt eine Wagenladung alter Zelte ohne Fragen zu stellen. Leider dauert es eine Ewigkeit, diese zu einer großen Plane zusammenzunähen. Die Nähmaschine streikt schon bald, und die drei Freunde müssen sich die Finger wund nähen. Alfie erfindet derweil eine Menge (mehr oder weniger nützlicher) Dinge, die sie bei ihrem Abenteuer brauchen könnten. Doch woher sollen sie das Helium nehmen? Das Zeug ist verdammt teuer. Lela mimt am Telefon die Museumssekretärin und bestellt 20 Flaschen, angeblich für die Luftballons auf der Jubiläumsfeier. Lieferadresse ist Ros Schuppen, Rechnungsadresse das Museum, aber das mit der Rechnung eilt nicht. Mithilfe einiger Klassenkameraden, die alle zu Ro halten, bekommen die Kinder den Ballon schließlich fertig. Die Rettungsaktion kann beginnen. Abgesehen von einem kleinen Malheur beim Start läuft zunächst alles gut. Der Ballon fliegt über das Meer. Archie steuert ihn geschickt mit seiner Drohne. Doch dann geraten Archie und Ro in Streit darüber, wen Lela lieber hat und ihre heftige Prügelei im Ballonkorb bleibt nicht ohne Folgen. Im Ballon ist ein Riss, und sie müssen notlanden. Zum Glück haben sie an ein Schlauchboot gedacht. Mit Mühe und Not erreichen sie in dem winzigen Gefährt die Insel. Mit seinem genialen „Möwentorpedo“ schaltet Archie das Flutlicht der Gefängnisinsel aus, und Ro macht sich auf den Weg zu seiner Mutter. Die staunt nicht schlecht, als ihr Sohn plötzlich vor ihr steht, doch sie weigert sich, mit ihm zu fliehen und macht ihm auch noch ein erschütterndes Geständnis. Doch das ist noch nicht alles. Plötzlich ist es an Ro, mal eben den Nordpol zu retten!
Spannung bis zur letzten Seite! Eine geniale Abenteuergeschichte voller Überraschungen!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund"

Bin ich real oder nicht?: "Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund"!

Michelle Cuevas, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund
978-3-7373-4046-5
Fischer KJB Verlag
Alter: 8+

Alle Welt scheint Kasimir zu hassen. Immer ignorieren ihn alle, mit Ausnahme seiner Zwillingsschwester Fleur. Er wird beim Sport nicht in die Fußball-Mannschaft gewählt, der Busfahrer knallt ihm die Tür vor der Nase zu, seine Lehrerin nimmt ihn nie dran, egal wie oft er sich meldet, und selbst seine Mutter muss erst von Fleur daran erinnert werden, ihm abends Gute Nacht zu sagen. Kasimir leidet sehr unter der Situation. Als er dann auch noch erfährt, dass seine Schwester Geheimnisse vor ihm hat, reicht es ihm. Zufällig hört er seine Eltern über ihren Unsichtbaren Freund reden, von dem sie ihm nie erzählt hat, obwohl sie doch immer über alles reden. Jetzt will er auch einen Unsichtbaren Freund haben und erfindet spontan den Drachenhering. Doch dann muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass er selbst, Kasimir, Fleurs Unsichtbarer Freund ist! Als Kasimir klar wird, dass er nicht real ist, stürzt auch Fleur in eine Identitätskrise. Sie ist irgendwann so fest davon überzeugt, ebenfalls nicht real zu sein, dass sie die verrücktesten Dinge tut, um auch ihre Eltern davon zu überzeugen. Die schicken Fleur zum Psychiater. In dessen Wartezimmer tummeln sich die Unsichtbaren Freunde viele Kinder, und Kasimir schließt sich ihrer Selbsthilfegruppe an. Er will doch nur real sein, frei und real. Ist das zu viel verlangt? Einer der anderen verrät ihm, wie er zumindest seine Freiheit erlangen kann. Fleur muss ihn freigeben. Da sie ihn liebt, tut sie ihm den Gefallen und lässt ihn ziehen. Leider sind ungebundene Unsichtbare Freunde Freiwild und können von jedem Kind mit etwas Fantasie für sich beansprucht werden. So landet Kasimir bei Pierre, der ihn mit seinen blöden Spielen, die ihn zum ständigen Wechsel der Gestalt (Kasimir ist selbst überrascht, dass er solche Tricks drauf hat) zwingen, in den Wahnsinn treibt. Als es ihm zu bunt wird, kündigt er und sucht seine Freunde im Wartezimmer auf. Die erklären ihm, dass er sich beim Amt für Neuzuteilung melden muss. Als Kasimir dort ein Formular ausfüllen muss, merkt er, wie wenig er zu bieten hat und ist ganz betrübt. Dann der große Schock: Als er seinen neuen Job bei dem Mädchen Merla antritt, erkennt er mit Schrecken, dass er kein unsichtbarer Junge mehr ist, sondern ein unsichtbarer Hund, und dann noch ausgerechnet ein Dackel! Kasimir hasst Dackel! Als hätte es nicht gereicht, dass er acht Jahre lang den bekloppten Familiendackel Francois ertragen musste, nun ist er selbst so eine Wurst auf Beinen. Er ruft die Hotline für unsichtbare Freunde an und beschwert sich. Es gibt nur eine Lösung, wie er dem Hundeleben entkommen kann. Merla braucht einen echten Hund! Dafür muss sie ihren Eltern aber beweisen, dass sie Verantwortung übernehmen kann. Kasimir beschließt, ihr dabei zu helfen. Ihre Eltern wundern sich, dass Merla auf einmal den ganzen Haushalt schmeißt und noch dazu in der Schule plötzlich nur noch die besten Noten bekommt, aber keiner ahnt, dass das Kasimirs Verdienst ist. Und als Merla endlich glücklich einen echten Welpen in den Armen hält, darf Kasimir gehen. Erneut sucht er das Amt auf, um sich zuteilen zu lassen und landet bei Bernard. Bernard ist ein Nerd, der in seiner ganz eigenen Welt lebt und sich die größte Mühe gibt, unsichtbar zu sein. Das kann Kasimir, der sein ganzes Leben lang unsichtbar war, nicht verstehen. Bernard braucht Hilfe, nicht nur bei der Kontaktaufnahme mit der sommersprossigen Zoe, die er so gern mag. Beim Talentwettbewerb in der Schule soll Bernard endlich sichtbar werden … !
Genial! Ein echter Unsichtbarer Freund erzählt seine (wahre) Geschichte!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 28. Juni 2017

"Feuerschwester"

Brandgefährlich: "Feuerschwester"!

Emiko Jean, übersetzt von Britta Keil
Feuerschwester
978-3-473-40148-2
Ravensburger Verlag
Alter: 14+

Jason ist tot, umgekommen in dem Feuer, das Alices gestörte Zwillingsschwester Cellie gelegt hat, weil sie eifersüchtig auf die Beziehung von Jason und Alice war. Nun ist Alice bis zur Gerichtsverhandlung in der Psychiatrie, denn sie, und nicht Cellie, wurde wegen Brandstiftung und Totschlag angeklagt. Alice ist nicht zum ersten Mal hier. Sie und ihre Schwester hatten keine glückliche Kindheit: Der Großvater, bei dem sie anfangs leben, stirbt, als die Mädchen sechs Jahre alt sind. Sie sind tagelang allein mit seiner Leiche, bis ein Nachbar sie findet. Eine schier endlose Reise durch Heime und Pflegefamilien beginnt. So lernen sie Jason kennen, und bald sind die drei unzertrennlich. Während Alice sich in ihrer Freizeit mit Origami beschäftigt, sind Cellies Hobbys nicht so harmlos. Sie liebt es zu zündeln und entwickelt sich langsam aber sicher zur Pyromanin. Zunächst trifft es nur die Puppe eines anderen Kindes, doch später fackelt sie die halbe Schultoilette ab, als sie einen Papierkorb anzündet, und schließlich setzt sie gemeinsam mit Jason das Haus des brutalen Pflegevaters Roman (mitsamt Roman) in Brand. Jason, der auch kein Engel ist, hat seinen Spaß dabei und lässt sich für jeden von Cellies Bränden ein Tattoo stechen. Alice fürchtet sich vor ihrer Schwester, die sie einst so bedingungslos liebte. Als Cellie ein Kätzchen ertränkt, befürchtet Alice, Cellie könnte auch ihr eines Tages nach dem Leben trachten. Als sich zwischen Alice und Jason langsam eine Liebesbeziehung entwickelt, wird Cellie immer seltsamer. Alle drei werden von der Polizei in Gewahrsam genommen, nachdem Jason den Angestellten einer Tankstelle bei einem Raub schwer verletzt hat. Die Mädchen landen in der Psychiatrie, doch Jason befreit Alice und sie fliehen in die Scheune, wo er im Feuer umkommt. Nun ist Alice wieder in der Anstalt. Viele sind richtig fies zu ihr, wie Monica, die sie Pyro nennt, dabei ist Alice doch die Gute und Cellie die Böse. In der Gruppentherapie lernt Alice Chase kennen. Er ist anders als die anderen. Angeblich hat Chase jemanden umgebracht, doch Alice weiß nicht, ob sie den Gerüchten glauben soll. Gegen ihren Willen und obwohl sie Jason schrecklich vermisst, verliebt sie sich in Chase. Alice beginnt, ein therapeutisches Tagebuch zu führen, faltet eifrig Origami-Tiere, aber wirklich zur Ruhe kommen kann sie nicht, nicht solange Cellie noch lebt. Sie weiß, dass Cellie ebenfalls in der Anstalt ist, aber niemand verrät ihr wo. Alice tippt auf Block D, den Hochsicherheitstrakt. Sie plant, Cellie zu töten, um sich endlich von ihr zu befreien. Chase will ihr helfen, doch die Schlüsselkarte, die er geklaut hat, gilt nicht für Block D. Trotzdem ist die Karte sehr nützlich. Die beiden schleichen sich damit heimlich ins Zimmer des anderen oder aufs Dach und stibitzen leckere Mangos aus der Küche. Außer mit Chase freundet sich Alice noch mit ihrer Zimmergenossin Amelia an. Amelia hat pinke Haare, eine Menge Narben und hält heimlich eine Ratte namens Elvis in ihrer Schublade. Da sie sich gut führt, darf Alice auf Jasons Beerdigung gehen, doch danach rastet sie völlig aus. Um sich optisch endgültig von Cellie zu distanzieren, schneidet sie sich die Haare ab. Ihre Verhandlung rückt näher, und sie soll unterschreiben, dass sie verrückt ist, damit sie glimpflich davon kommt. Alice glaubt jedoch nicht, dass sie verrückt ist. Chase, der ihre Akte gestohlen hat, denkt da anders. Als nach einem Stromausfall in ihrem Zimmer ein Feuer ausbricht, weiß Alice, dass Cellie aus Block D entkommen und hinter ihr her ist. Sie beschließt, mit Chase zu fliehen … .
Nichts ist hier wie es scheint! Ein spannender Thriller mit überraschenden Ende!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Füchte die Nacht"

Der Würger ist unter uns: "Fürchte die Nacht"!

Claudia Puhlfürst
Fürchte die Nacht
978-3-649-67127-5
Coppenrath Verlag
Alter: 14+

Die besten Freundinnen Lena und Anne sind mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt. Das Schullandheim liegt mitten im Wald. Nachts schleichen sich einige Schüler heimlich nach draußen, um zu rauchen, Alkohol zu trinken und zu knutschen, die Jungs verstecken sich im Gebüsch, um die Mädchen zu erschrecken - das Übliche eben. Anne ist verknallt in Luca, doch als der ihr beim Küssen etwas zu aufdringlich wird, läuft sie weg und wird plötzlich von einer dunklen Gestalt angefallen und gewürgt. Der Würger verschwindet, als die anderen auftauchen. War es nur ein böser Scherz eines Klassenkameraden, oder wollte jemand Anne tatsächlich umbringen? Fast alle haben ein Alibi. In der nächsten Nacht verschwindet Michelle. Sie hat nicht so viel Glück wie Anne und wird schließlich von Lena und Luca tot in einem Steinbruch gefunden. Die Polizei rückt an, die Klassenfahrt wird abgebrochen. Einen Monat später: Annes Eltern sind überängstlich, und Anne fühlt sich eingeengt, weil sie sie ständig kontrollieren. Wenn das so weitergeht, darf sie in den Ferien sicher nicht mit ihren Freunden zum Zelten. Zumindest darf sie mit Lena zur Geburtstags-Pool-Party von Luca gehen, auch wenn ihr älterer Bruder Moritz sie schon um zehn wieder abholt. Lena steht total auf Moritz. Sie wird immer gleich ganz rot, wenn sie ihn sieht. Aber im Moment macht sich Lena mehr Gedanken um das Liebesleben ihres Vaters, der Single ist, seit Lenas Mutter vor einigen Jahren spurlos verschwand. Lena will ihn verkuppeln und richtet in seinem Namen ein Profil auf einer Dating-Website ein. Auf Lucas Party versuchen alle, nicht an Michelle zu denken oder über sie zu reden, doch nach der Party wird Sara auf dem Nachhauseweg von dem Würger überfallen. Zufällig taucht Paul auf, der den Würger vertreibt. Anne ist sich nicht sicher, ob die Story wahr ist oder Sara sich nur wichtig machen will. Zusammen mit Luca (die beiden sind mittlerweile ein Paar) recherchiert Anne weiter, nimmt ihre Klassenkameraden unter die Lupe, z.B. die seltsame Julia und die Horrorfilm-Fans Tim und Jacob, macht sich im Netz über Serienkiller schlau und versucht sogar, die Polizei über den Fall auszuhorchen. Bald glaubt sie nicht mehr an die Schuld ihrer Mitschüler, sondern ist überzeugt, dass der Würger ihr vom Schullandheim gefolgt ist. Während Anne sich voll reinhängt, ist Lena das alles zu viel. Jede Nacht hat sie Alpträume und wacht schreiend auf. Ihr Vater bringt sie zu einer Therapeutin. Die findet heraus, das die jüngsten Ereignisse Lena wieder an das Verschwinden ihrer Mutter erinnert haben. Lena weiß jedoch nicht mehr, was damals geschah. Sie war elf Jahre alt, saß mit ihrer Mutter im Auto und dann war sie plötzlich allein an einem Straßenrand. In Hypnose erinnert sich Lena wieder an das, was sie all die Jahre verdrängt hat. Sie hat gesehen, wie ihre Mutter ermordet wurde, genauer, wie ihre Mutter erwürgt wurde! Als sie Anne davon erzählt, meint die, dass es sich vielleicht in beiden Fällen um denselben Würger handelt. Die Polizei greift den alten Fall wieder auf, bei Aktenzeichen XY wird über neue Erkenntnisse berichtet und ein Phantombild gezeigt, das jemanden, der sich bislang sicher fühlte, sehr nervös macht. Lena hat unterdessen ein Date mit Moritz im Eiscafé. Sie freut sich, dass sie mit zum Zelten fahren darf, wenn auch unter Aufsicht der Eltern ihres Kumpels Felix. Anne und Luca werden ebenfalls dabei sein, und Moritz kommt auch mit. Doch jemand schleicht nachts dort um die Zelte, Lenas Tagebuch wird gestohlen und Miriam, ein Mädchen aus der Gruppe, verschwindet … .
Erst ganz zum Schluss kommt die Wahrheit ans Licht! Das Ende ist der Hammer!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Ausser sich"

Vermisst, verloren, gefunden: "Ausser sich"!

Courtney Summers, übersetzt von Friederike Levin
Ausser sich
978-3-407-82216-1
Beltz Verlag
Alter: 14+

Ein Jahr ist es jetzt her, seit Romy von Kellan, Sheriff Turners Sohn, nach einer Party auf der Ladefläche seines Pick-Ups vergewaltigt wurde. Familie Turner ist in der Stadt hoch angesehen, Romys Familie nicht, hauptsächlich wegen ihres versoffenen Vaters. Niemand glaubt Romy, nicht einmal ihre eigene Mutter, ihr Vater kann mit der Situation nicht umgehen und haut ab, und Romys ehemals beste Freundin Penny redet nicht mehr mit ihr. Kellan wird nicht belangt. Der Sheriff deutet an, wenn etwas passiert wäre, hätte sie es mit ihrem kurzen Rock und ihrem Verhalten provoziert. Romy wird in der Schule gemobbt und als Schlampe und Lügnerin beschimpft. Sie legt sich einen Schutzpanzer aus rotem Nagellack und Lippenstift zu. Nach der Schule arbeitet sie in einem Diner im Nachbarort, zusammen mit Leon. Er ist sehr nett, und sie mag ihn, aber sie hat auch Angst und ist sich nicht sicher, ob sie es wagen kann, ihm zu vertrauen. Sie weiß, auch scheinbar nette Jungs können gefährlich sein! Leon ahnt nicht von ihrer Vergangenheit. Er lädt sie ein, mit ihm seine Schwester zu besuchen, die demnächst ein Baby bekommt. Seine ganze Familie schmeißt eine Grillparty. Nach einigem Zögern, sagt Romy zu und kommt mit. Auf der Party küsst Leon sie, hört aber sofort auf, als sie Stopp sagt. Das bedeutet ihr viel. Sie fragt sich, warum er ausgerechnet sie mag. Nach einem üblen Streich, der ihr in der Schule gespielt wird, fährt Romy mit dem Auto des neuen Freundes ihrer Mutter durch die Gegend, um sich abzureagieren. Sie wird vom Sheriff angehalten, und am nächsten Tag kursieren neue Gerüchte: Sie sei betrunken gewesen. Eines Tages sucht Penny Romy im Diner auf, um zu reden, doch Romy weist sie ab. Nach einem Blackout wacht Romy ziemlich lädiert auf einer Straße außerhalb der Stadt auf, wird von der Polizei aufgegriffen und nachhause gebracht. Auf ihrem Bauch steht mit Lippenstift „Nimm mich“. Sonst scheint alles o.k., ihr Tampon ist noch an Ort und Stelle, also wurde sie diesmal nicht vergewaltigt. Dunkel erinnert sie sich, dass sie Penny vom Diner aus zum See folgte, wo eine Party lief. Der Sheriff verhört sie, denn Penny wird seitdem vermisst. Romy hat jedoch keine Ahnung, was geschehen ist. Romys Handy wird gefunden, darauf schockierende Bilder: Romy bewusstlos mit offenem BH. Sie vermutet, man hat ihr GHB in den Drink getan, weil so betrunken kann sie gar nicht gewesen sein. Die Suche nach Penny läuft, und Romy schließt sich dem Suchtrupp an. Leon will auch helfen, doch sie will seine Nähe jetzt nicht. Er ist das Gute in ihrem Leben. Das hier ist nicht der richtige Ort für ihn. Es gibt kaum Hoffnung, dass Penny noch lebt, im Grunde suchen sie nach einer Leiche, und die wird schließlich auch gefunden. Nicht wenige werfen Romy vor, das sei ihre Schuld. Hatte man anfangs, nach der Party am See, nicht so viel Zeit mit der Suche nach der „überflüssigen“ Romy verschwendet, könnte Penny noch leben. Penny war bei allen beliebt. Eine Gedenkfeier wird organisiert. Romy besucht mit Leon dessen Schwester und deren Baby. Leon bemerkt, dass irgendwas mit Romy nicht stimmt. Später hört er an einer Tankstelle zufällig, wie die Leute über sie reden, und ihm wird einiges klar. Es tut ihm leid, was ihr passiert ist, doch er hätte die Geschichte lieber von ihr gehört, statt von Fremden. Sie war aber noch nicht soweit, mit ihm darüber zu reden. Dann taucht plötzlich Pennys Vespa auf, ein Verdächtiger wir festgenommen, und Romy erfährt endlich, was in der Nacht von Pennys Verschwinden wirklich geschehen ist … .
Ziemlich heftige Story, aber super geschrieben und spannend bis zum Schluss!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 21. Juni 2017

"Das Mädchen mit dem Löwenherz"

Eine gefährliche Gabe: "Das Mädchen mit dem Löwenherz"!

Jürgen Seidel
Das Mädchen mit dem Löwenherz
978-3-570-15955-2
cbj Verlag
Alter: 12+

Das Jahr 1537: Anna erzählt in einer Reihe von Briefen an Martin Luther ihre Geschichte:
Das intelligente Waisenmädchen wächst bei einer Türmer-Familie auf und bringt sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Anna verfügt über ein fotografisches Gedächtnis. Eine Gabe Gottes oder Teufelswerk? Sie gelangt in die Dienste eines reisenden Erzdiakons. Dieser Erzdiakon ist der Reformation zugetan. Der Ablasshandel ist ihm zuwider. Er führt eine Gruppe Kinder (Irm, Solveg und den blinden Matts) auf seinen Reisen mit sich, die ihm unterschiedliche Dienste erweisen. Vor allem die hübsche Irm mit der engelsgleichen Stimme hat es ihm angetan. Er geißelt sich für seine unkeuschen Gedanken. Fasziniert von Annas Gabe, setzt er das Mädchen als Spionin ein. Als Junge verkleidet, reist sie mit seinem weltlichen Berater Zangl, muss sich Inhalte von Briefen und Dokumenten einprägen und auf Befehl wortgetreu wiedergeben. Die anderen Kinder sind neidisch, weil sie bevorzugt behandelt wird. Vor allem von Irm wird sie anfeindet und sogar des Diebstahls beschuldigt. Von Solveg wird sie verprügelt, aber sie zeigt Gnade gegenüber ihren Peinigern. Wie durch ein Wunder kehrt die Sehkraft von Matts stückweise zurück, dafür geht es mit der Gesundheit des Erzdiakons bergab. Schon immer plagte ihn ein heftiges Knieleiden, die Bader quälten ihn mit grausamen Operationen, doch nun redet er mit Vögeln und Flöhen, sieht überall Boten des Teufels und Verräter, ist geistig völlig verwirrt. Zangl tut sein Bestes, um den Zustand des Erzdiakons geheim zu halten. Anna hilft Zangl, das verwerfliche Verhalten etlicher Geistlicher aufzudecken, die in Frauenhäusern verkehren, Leute betrügen und Kinder quälen. All diese Informationen drucken sie in Fulda auf Flugblätter, die sie in große Gefahr bringen. Die Kinder werden als Geiseln genommen, um von Zangl die Herausgabe der Flugblätter zu erpressen. Er fügt sich. Zangl, Anna und ihre Freunde gewinnen immer mehr Verbündete, die sich ihrem Widerstand anschließen, doch auch die Zahl ihrer Feinde wächst. Denen fallen sie in die Hände und sollen vor Gericht. Anna wird als wegen ihrer Gabe als Hexe beschimpft. Sie hungern im Verlies und Matts stirbt. Anna entkommt mit Gottes Hilfe oder Hexerei. Sie ist plötzlich wieder in Zons, ihrem Heimatort, und nimmt Rache an dem Schultheiß, der damals dort ihren Kindheitsfreund Felix erschlagen ließ. Sie entführt dessen verwöhnte, sechsjährige Tochter Johanna. Johanna wächst ihr jedoch ans Herz, zudem verliebt sie sich in Johannas Bruder Til. Mit Johanna sucht Anna Zuflucht in einem Frauenkloster, wo sie der Kleinen das Lesen beibringt. Hier begegnet sie erstmals ihrem zukünftigen Todfeind, dem Advokat. Er verachtet Hexen und Frauen generell, sowie gemeines Volk, das lesen kann. Anna ist eine Gefahr für ihn. Er lässt das Kloster überfallen und verursacht viel Leid. Nach dem Tod der Priorin wird Anna deren Nachfolgerin. Anna gerät immer wieder in Gefangenschaft, wird gefoltert und gedemütigt, aber gibt nie auf. Sie lernt Luthers Frau, Katharina von Bora, kennen und auch Luther selbst, als sie sich als Junge verkleidet bei einer Vorlesung unter seine Studenten mischt. Der Advokat lässt sie nicht in Ruhe. Er will ihre Gabe für seine Zwecke nutzen. Anna versucht, den Erzdiakon um Hilfe bitten, doch der ist nun völlig verwirrt, lässt sich als Papst verkleidet von Schaustellern umhertragen und sagt Leuten die Zukunft voraus. Er ist keine Hilfe. Anna ist verzweifelt. Der Advokat erpresst sie. Sie soll Luther vergiften … .
Mal ganz ohne Fantasy! Ein spannender, historischer Roman, passend zum Luther-Jahr!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Royal Blood - Schattenkrone"

Als Alexander der Große noch der "kleine" Alex war: "Royal Blood - Schattenkrone"!

Eleanor Herman, übersetzt von Anna Julia und Christine Strüh
Royal Blood - Schattenkrone (Band 1)
978-3-8414-2230-9
Fischer FJB Verlag
Alter: 14+

340 v. Chr.: Alex, Sohn des Königs von Makedonien, wird wegen seiner Behinderung von seinem Vater wie ein kleines Kind behandelt. Mit seinem besten Freund Heph, der ihm so treu ergeben ist, dass er ohne weiteres für ihn streben würde, will Alex nach Persien zu einer sagenumwobenen Quelle reisen, die alle Gebrechen heilen soll, auch sein verkrüppeltes Bein. Für die Reise brauchen sie Geld, daher soll Heph das Blutturnier gewinnen. Dorfjunge Jacob tritt ebenfalls beim Turnier an. Sollte er es überleben, will er Kat heiraten, die er seit frühester Kindheit liebt. Kat, die in Jacob bisher eher einen Bruder als einen Freund sah, folgt ihm nach Pella. Dann ist da noch Cyn, Alex ältere Stiefschwester, die sich in den Kopf gesetzt hat, ihren Vater zu stürzen und auch ihre Stiefmutter Olympias zu vernichten. Cyn ist ein besserer Krieger als all ihre Brüder, aber sie ist nun mal ein Mädchen, gerade gut genug, um verheiratet zu werden. Ihr Vater nimmt sie nicht ernst. Für ihren Plan braucht Cyn das sogenannte Rauchblut (Blut, das durch Verrat geflossen ist), das sie gegen Schmerz und Tod schützen soll, daher will sie Heph dazu bringen zum Verräter an Alex zu werden. Sie nutzt jede Gelegenheit, um Zwietracht zu sähen. Im Turnier geht nicht der Favorit Heph als Sieger hervor, sondern, zur Überraschung aller, der unscheinbare Dorfjunge Jacob. Kat, die auf ihn gewettet hat, gewinnt einen Batzen Geld und zieht sich den Zorn eines betrunkenen Adligen zu. Als sie sich gegen ihn verteidigt, wird sie von den Wachen in Gewahrsam genommen, doch Alex greift ein und lässt sie als seinen Gast in den Palast bringen. Das kommt Kat gerade recht, denn sie will sich an Olympias rächen, die ihre Mutter Helena, die einst Olympias Zofe war, ermorden ließ. Doch ihre Nachforschungen über den Grund von Helenas Ermordung werfen nur noch mehr Fragen auf. Angeblich hat Helena in der Nacht von Alex Geburt Olympias bestohlen. Doch was war es, das sie ihr gestohlen hat, und warum rechtfertigt das einen Mord? Im fernen Persien wird derweil Zofia von der Entscheidung ihres Onkels, des Königs von Persien, überrascht. Sie soll Prinz Alex heiraten, aber sie hat ihre Liebe (und ihre Jungfräulichkeit) bereits einem einfachen Soldaten geschenkt. Als Junge verkleidet flieht sie bei Nacht aus dem Palast und fällt sogleich in die Hände von Sklavenhändlern. Von einer alten Wahrsagerin erfährt sie, dass sie schwanger ist. Als Soldaten sie befreien, erzählt sie ihnen, sie sei die Tochter eines Pferdehändlers, doch die Lüge fliegt bald auf. In Pellas träumt Jacob von einer Karriere beim Militär, die ihm und Kat ein Leben in Wohlstand bringen würde und tritt in den Dienst der aesarischen Fürsten. Diese Fürsten sind Alex äußerst suspekt. Er befürchtet, dass sie Verrat planen. Cyn umgarnt und manipuliert indes weiterhin Heph und stänkert gegen Kat. Es ist nicht zu übersehen, dass Alex und Kat sich zueinander hingezogen fühlen. Doch dann landet Kat als angebliche Attentäterin im Gefängnis. Jemand hatte ihr ein Giftfläschchen untergeschoben. Heph befreit sie. Kat flieht nach Karien, in die Heimat ihrer Mutter. Ein Falke weist ihr den Weg zu der alten Ada. Die offenbart Kat, dass sie eine Blutmagierin ist und trainiert ihre Gabe. Kat hat eine Vision über ihre wahre Herkunft und macht sich auf den Weg zurück nach Pella. Dort haben Alex und Heph gerade ein verborgenes Heerlager der Aasarier entdeckt. Alex ist bereit, seine Truppen in die Schlacht zu führen, doch die Gegner sind in der Überzahl. Als bereits alles verloren scheint, taucht plötzlich Kat auf … .
Ein historisches Abenteuer aus dem alten Griechenland, gewürzt mit einer Prise Fantasy!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Worte für die Ewigkeit"

Es war einmal in Montana: "Worte für die Ewigkeit"!

Lucy Inglis, übersetzt von Ilse Rothfuss
Worte für die Ewigkeit
978-3-551-52087-6
Chicken House Verlag
Alter: 14+

Montana 1867: Die sechzehnjährige Emily reist von England nach Amerika und durchquert mit ihrer Gouvernante Miss Adams den Kontinent. Ziel ist San Francisco. Dort soll sie einen reichen Eisenbahn-Erben heiraten, den sie noch nie gesehen hat. In Montana stürzt die Kutsche von einer Brücke. Nur Emily überlebt. Sie wird von Nate gefunden, dem mysteriösen Fremden mit der gebräunten Haut und den hellen Augen, der Emily schon bei ihrer letzten Rast auffiel. Er nimmt sie mit in seine Hütte und pflegt sie gesund. Doch er kann und will sie nicht in die nächste Stadt bringen. Emiliy legt das Korsett ab und trägt zum ersten Mal Hosen. Das Leben in Wildnis ist für sie ungewohnt. Nate erweist sich als echter Gentleman. Er ist erbost, dass ihre Familie sie an einen Fremden verschachern wollte. Nate wurde im Krieg verwundet und desertierte. Seitdem hinkt er. Emily lernt im Herrensitz auf der Stute Tara reiten und begleitet Nate. Er handelt manchmal mit Pferden, doch jetzt ist er für die Eisenbahngesellschaft als Kundschafter unterwegs. Sie stoßen auf eine dahin gemetzelte Büffelherde, und Emil lernt Nates Halbgeschwister Lucky und Rose kennen. Lucky und seine Frau sind sehr freizügig, und Nate begreift, wie sexuell unerfahren Emily ist, als er ihre Reaktion darauf sieht. Er erzählt ihr von seiner Kindheit. Seine Mutter heiratete nach Tod des Vaters einen Indianer und verschmähte den Fiesling Hart. Harts und Nates Familien sind seitdem Todfeinde. Emily kommt mit, als Nate und seine Geschwister mit den anderen Stämmen gegen die Jäger vorgehen wollen. Auch hier mischt Hart wieder mit, natürlich auf Seiten der Jäger. Bei dem Kampf retten sich Emiliy und Nate gegenseitig das Leben. Emiliy will nicht mehr fort, sie fühlt sich zuhause bei Nate. Die beiden verlieben sich, doch eines Tages taucht Hart mit Emilys Vater im Schlepptau bei der Hütte auf, und Hart schießt auf Nate … .
Montana heute: Die sechzehnjährige Hope wird von ihrer Mutter, einer Ökologin (und „Übermutter“) um die ganze Welt geschleppt. Hopes Mutter erteilt ihr Hausunterricht und versucht, sie für Naturwissenschaften zu begeistern, doch Hope möchte Schriftstellerin werden. Ihre Mutter kontrolliert sie ohne Ende, Hope darf ihre Zimmertür nicht schließen, darf keinen Kontakt zum Vater haben, Facebook ist sowieso schlecht für sie … . Hope hat zunächst keine Lust auf den „Wilden Westen“. Doch dann lernt sie Cal kennen. Seine Familie züchtet Rinder und Pferde, und Hope und ihre Mutter werden auf ihrer Ranch wohnen. Hope lernt auch den unsympathischen Chief Hart kennen. Cals Familie ist seit Generationen mit der der Harts verfeindet, doch Cal weiß nicht warum. Er weiß nur, Hart ist ein Tyrann, der seine Familie misshandelt seine Postion ausnutzt, um die Indianer zu schikanieren. Hope lernt reiten und freundet sich mit dem Wolfshund-Welpen Buddy an. Auf dem Dachboden der Ranch findet Hope Emilys Tagebuch. Als Hope und Cal unterwegs sind, um Pferde abzuholen, stürzt ihr Pick-Up von einer Brücke. Hope sieht erstaunt die Parallelen zu dem, was Emily in ihr Tagebuch schrieb, auch als beide in der Hütte Schutz suchen, die Cals Großeltern gehörte. Es ist eindeutig die Hütte, die Emily in ihrem Tagebuch beschreibt. Hope liest fasziniert weiter, während sie darauf warten, gefunden zu werden. Hope fühlt sich frei mit Cal in der Wildnis, doch plötzlich taucht Hart auf, und das Schicksal wiederholt sich auf grausame Weise. Hart schießt auf Cal … .
Emilys und Hopes Geschichten werden abwechselnd erzählt. Dadurch bleibt es spannend bis zum Schluss. Doch nur eine der beiden Geschichten hat ein Happy End … .
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 14. Juni 2017

"Hallo Leben, hörst du mich?"

Die abenteuerliche Reise von Alex: "Hallo Leben, hörst du mich?"!

Jack Cheng, übersetzt von Bernadette Ott
Hallo Leben, hörst du mich?
978-3-570-16456-3
cbt Verlag
Alter: 12+

Der elfjährige Alex lebt mit seiner psychisch labilen Mutter und seinem Hund Carl Sagan in einem Kaff in Colorado. Sein Vater starb als er drei war, und sein erwachsener Bruder Ronnie ist Sport-Agent in LA. Alex liebt das Weltall. Da kennt er sich super aus, aber über das Leben auf der Erde muss er noch viel lernen. Er ist ein liebenswerter, weltfremder Nerd mit autistischen Zügen, nimmt alles wörtlich und steht öfter mal auf dem Schlauch. Alex spricht Botschaften auf seinen goldenen iPod (Golden wie die Datenplatte der Voyager Sonde) und nimmt allerlei Geräusche auf. Er will ihn bei einem Raketentreffen in New Mexico ins All schießen, damit die Außerirdischen mehr über die Erde und die Menschen erfahren. Er fragt sich, ob es auf anderen Planeten Regen gibt oder Außerirdische einen Blinddarm haben. Bevor er sich auf den Weg macht, kocht er für seine Mutter das Essen vor und schreibt ihr einen Zettel. Im Zug nach New Mexico lernt Alex Zed kennen. Zed hat ein Schweigegelübde abgelegt, verzichtet auf Handy und Internet, schreibt nur auf eine Schiefertafel. Zed fährt auch zu dem Treffen. Zeds Kumpel Steve holt ihn am Bahnhof ab und nimmt auch Alex mit in die Wüste. Dort haben sich bereits viele Menschen versammelt und bauen ihre Zelte auf. Alex ist aufgeregt, macht letzte Aufnahmen, trifft letzte Vorbereitungen. Leider legt Alex Rakete „Voyager 3“ nach 30 Metern eine Bruchlandung hin, und er ist furchtbar frustriert und enttäuscht. Als er seine Mails checkt, findet er eine Nachricht von einer Stammbaumwebsite. In Las Vegas lebt ein Mann mit dem gleichen Namen und Geburtstag wie sein Vater. Da Zed und Steve sowieso nach Vegas fahren, schließt er sich ihnen an, um der Sache nachzugehen. Im Großstadtgewimmel geht Carl Sagan verloren. Sie drucken Flugblätter und suchen überall, ohne Erfolg. Die Adresse aus der Mail führt Alex zu seiner neunzehnjährigen Halbschwester Terra. Es sieht so aus, als hätte sein Vater, der übrigens tatsächlich verstorben ist, ein Doppelleben gehabt mit zwei Familien. Gemeinsam mit Terra, Zed und Steve fährt Alex nach LA, um seinen Bruder Ronnie zu sehen, doch der ist nicht zuhause. Terra hat Alex und seine spezielle Art mittlerweile sehr lieb gewonnen. Sie amüsiert sich köstlich, als er sie fragt, ob die Periode, die sie hat, mit Mathematik zu tun hat. Sie übernachten bei Steve und seinem Mitbewohner Nathan. Alex versteht nicht, warum sich Steve und Nathan plötzlich wegen Terra streiten. Die Erwachsenen und ihre Gefühle sind schon rätselhaft. Schließlich fährt Terra Alex nachhause nach Colorado, doch seine Mutter ist verschwunden. Alex meint, wenn sie mal nicht ihre ruhigen Tage hat, verschwindet sie oft tagelang. Dann fällt Alex vom Dach und landet schwer verletzt im Krankenhaus. Terra macht sich große Sorgen, Steve kommt aus LA, Zed kommt mit Carl Sagan, der wieder aufgetaucht ist, sogar Ronnie steht plötzlich auf der Matte. Ronnie erzählt Alex, dass ihre Mutter auch in einem Krankenhaus ist. Sie hat etwas, das Schizophrenie heißt, was Alex nicht versteht. Sobald es ihm besser geht, will er die Mutter besuchen. Die erkennt ihre Söhne nicht und hält sie für Aliens. Ronnie weiß nicht, wo er das Geld für Alex OP und die Behandlung der Mutter hernehmen soll. Also starten sie einen Spendenaufruf im Raketenforum, der ein voller Erfolg wird. Alex bittet Ronnie ihm endlich die Wahrheit über seine Familie zu erzählen, da er Lügen hasst. Die beiden führen ein langes Gespräch. Doch wie soll es nun weitergehen? Schon bald steht das Jugendamt vor der Tür … .
Genial! Ich liebe dieses Buch! Gleich zu Beginn habe ich Alex ins Herz geschlossen.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Eine Insel für uns allein"

Eine ganz besondere Schatzsuche: "Eine Insel für uns allein"!

Sally Nicholls, übersetzt von Beate Schäfer
Eine Insel für uns allein
978-3-423-64028-2
dtv (Reihe Hanser) Verlag
Alter: 12+

Weil ihre Eltern tot sind, hat Hollys volljähriger Bruder Jonathan das Sorgerecht für sie und den kleinen Davy. Jonathan musste seinen Traum vom Studium aufgeben und arbeitet, um seine Familie zu ernähren. Das Geld ist immer knapp. Holly muss auf vieles verzichten und außerdem nach der Schule auf Davy aufpassen, weil der Hort zu teuer ist. Sie haben zwar noch Großeltern, doch die leben seit Großvaters Schlaganfall in einer betreuten Wohnanlage und können sich nicht um die Kinder kümmern. Das Jugendamt schaut ab und zu vorbei. Die Geldsorgen scheinen ein Ende zu haben, als (Groß-)Tante Irene den Kindern nach ihrem Tod ihren wertvollen Schmuck vererbt. Die Sache hat nur einen Haken. Niemand weiß, wo sich dieser Schmuck befindet. Tante Irene hat immer alles versteckt, damit der fiese Onkel Evan sie nicht bestiehlt. Holly hat jedoch eine Ahnung, wie man Irenes Verstecke finden könnte. Die Tante hat ihr vor ihrem Tod ein Fotoalbum geschenkt. Auf den Bildern waren keine Personen, sondern nur unterschiedliche Orte zu sehen: ein Wohnzimmer, ein Strand, ein Bahngleis … . Holly erstellt einen Blog und bittet um Mithilfe, um herauszufinden, wo genau diese Orte sind. Ihre Freunde von Makerspace (da treffen sich junge „Macher“, hauptsächlich Computerfreaks, und man kann von ihnen Programmieren lernen oder auch Schlösser knacken etc.) helfen fleißig mit. Hollys Hilferuf in Sachen Schatzsuche verbreitet sich wie ein Virus im Netz. Bald kommt der erste Hinweis. Jemand hat das verlassene Bahngleis erkannt. Holly und ihre Brüder fahren mit einem selbst gebastelten Metalldetektor hin und finden tatsächlich eine Stahlkassette. Leider ist da nicht der erhoffte Schmuck drin, sondern Aktien und andere Papiere, die die Kinder schweren Herzens Onkel Evan aushändigen. Hackerin Jen hat einen guten Tipp für Holly. Da Tante Irene digital fotografiert hat, müssen ihre Bilder Ortsangaben in den Metadaten erhalten. Holly besorgt sich Irenes Laptop und wird fündig. In einer Cloud hat die Tante die Originale der ausgedruckten Bilder gespeichert. Holly weiß, dass die Tante den Schmuck erst vor zwei Jahren versteckt hat, also fallen alle älteren Bilder weg. Zum Glück, denn eine Reise nach Polynesien hätten sich die Geschwister nie leisten können. Die Geldsorgen werden immer schlimmer. Eine kaputte Spülmaschine überflutet die Wohnung und den darunter liegenden Fish&Chips-Laden. Außerdem ist Davys Kaninchen Sebastian schwer krank. Es hat einen Tumor. Die Behandlung beim Tierarzt wurde mehrere hundert Pfund kosten. Das Jugendamt will nichts dazu zahlen. Kaninchen haben für die keine Priorität. Davy will nicht, dass Sebastian eingeschläfert wird. Holly gibt nicht auf. Sie muss Tante Irenes Schatz finden! Die vielversprechendste Spur führt auf die Orkney-Inseln im Norden Schottlands. Bahn-Gutscheine eines Freundes ermöglichen den Geschwistern die Zugfahrt nach Aberdeen, wo sie bei Kate, einer Internetbekanntschaft von Jonathan unterkommen. Kate ist so begeistert von der Schatzsuche, dass sie sich anschließt. Mit der Fähre fahren sie von Insel zu Insel, zelten in der freien Natur und bewundern alte Steine, bis sie schließlich ihr Ziel erreichen. Es handelt sich um eine kleine Felseninsel, die direkt einem Abenteuer der „Fünf Freunde“ entsprungen sein könnte. Hier kommen die Kinder bei einem älteren Ehepaar unter, das gut mit ihrem Opa befreundet ist. Mit dem Metalldetektor suchen sie den kompletten Strand ab. Keine Spur von dem Schatz! Es sieht so aus, als wäre ein anderer schneller gewesen … .
Spannende Schatzsuche! Der Titel ist etwas irreführend, doch die Geschichte ist großartig!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Hundert Stunden Nacht"

Ein Orkan und andere Katastrophen: "Hundert Stunden Nacht"!

Anna Woltz, übersetzt von Andrea Kluitmann
Hundert Stunden Nacht
978-3-551-58348-2
Carlsen Verlag
Alter: 14+

Nichts wie weg! Die vierzehnjährige Emilia aus Holland kann sich nie wieder in der Schule sehen lassen. Unglaublich, was sich ihr Vater, der zugleich auch ihr Schuldirektor ist, da geleistet hat! Er hat der siebzehnjährigen Schülerin Juno unzählige SMS geschickt und sich auch privat mit ihr getroffen. Nun kam die Affäre ans Licht, und Emilias Leben ist zerstört. Emilias Mutter, eine durchgeknallte Künstlerin, ist auch nicht viel besser als ihr Vater. Kurzerhand packt Emilia ihren Koffer, löscht ihre Accounts bei Facebook und Twitter, um dem Shitstorm zu entkommen, klaut die Kreditkarte ihres Vaters und fliegt (trotz Flugangst) nach New York. Weil sie ein Rückflugticket hat und eine (gefälschte) Einverständniserklärung der Eltern, kommt sie ohne Probleme durch die Kontrollen. Mit dem Taxi fährt sie zu dem Apartment, das sie online gemietet hat. Der fünfzehnjährige Seth Greenberg öffnet ihr die Tür, und sie erfährt, dass es dieses Miet-Apartment gar nicht gibt. Emilia wurde betrogen. Wo soll sie nun bleiben? Ihr Geld reicht nicht für ein Hotel, und als Minderjährige würde man sie ohnehin nicht allein einchecken lassen. Grübelnd hockt Emilia auf dem Gehsteig, als direkt vor ihr ein attraktiver Junge ohnmächtig wird. Sein Name ist Jim, er ist siebzehn und kommt gerade aus dem Krankenhaus. Bei der Arbeit in einem Restaurant hat er sich den halben Finger abgeschnitten. Er hat starke Medikamente bekommen und sollte eigentlich nicht allein sein. Also bringt Emilia Jim nachhause (er wohnt gleich gegenüber) und verbringt die Nacht auf seiner schmuddeliger Matratze. Emilia wundert sich über sich selbst, denn sie hat eine Zwangsstörung und muss ständig alles desinfizieren wegen möglicher Bazillen. Als sie am nächsten Morgen Frühstück besorgen will, trifft sie Seth wieder und dessen neunjährige Schwester Abby. Seth kann nicht glauben, dass Emilia bei einem Fremden übernachtet hat und begleitet sie zu Jims Wohnung. Dort bekommt Emilia erst einmal eine Panikattacke, weil Jim in ihrem Koffer gewühlt hat. Sie muss sofort bei Seth alle ihre Kleider waschen. Abby lädt sie ein zu bleiben, wovon Seth wenig begeistert scheint. Emilia kann im Zimmer der Mutter von Seth und Abby wohnen, die verreist ist. Einen Vater gibt es nicht mehr. Er kam vor einigen Jahren bei einem Unfall (oder war es doch Selbstmord?) ums Leben. In den Nachrichten wird Hurrican Sandy angekündigt. Alle Ney Yorker decken sich mit haltbaren Lebensmitteln, Wasser und Kerzen ein. Während Seth und Emilia einkaufen, holt Abby Jim in die Wohnung, denn er hat Fieber. Da seine Eltern in Detroit leben, will Abby sich um ihn kümmern. Sandy überflutet die halbe Stadt, es gibt erste Tote, der Strom im südlichen Manhattan fällt komplett aus, auch Handys und Internet funktionieren nicht mehr. Dass es auch kein Wasser mehr gibt, ist für Emilia am Schlimmsten. Als Sandy nachlässt, pilgern die Menschen aus dem dunklen Süden in den Norden, wo es noch Strom gibt, um ihre Handys aufzuladen etc. Auch Emilia, Seth, Abby und Jim verlassen ihr „Orkanasyl“ auf der Suche nach Steckdosen, und Jim muss im Krankenhaus seine Wunde neu verbinden lassen. Trotz des Chaos fühlt Emilia sich frei in der ungewöhnlichen Gemeinschaft. Sie hat seit Tagen nicht geduscht, mit Abby aus einer Schale gegessen und im selben Bett geschlafen, die Haut anderer Menschen berührt und noch dazu Orkan überlebt. Es ging ihr noch nie so gut. Doch dann wird sie an Halloween in einem Restaurant von einem Reporter erkannt, und ihre Eltern sind auf dem Weg nach New York.  … .
Manchmal muss man um die halbe Welt reisen, um sich selbst zu finden. Geniale Story!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 7. Juni 2017

"Hier musst du glücklich sein"

Leben in einer Sekte: "Hier musst du glücklich sein"!

Lisa Heathfield, übersetzt von Birgit Schmitz
Hier musst du glücklich sein
978-3-551-58338-3
Carlsen Verlag
Alter: 14+

Alle sind glücklich in Saat, einer harmonischen Gemeinschaft, die im Einklang mit der Natur lebt. Ihr Anführer Papa S stellt die Regeln auf, und die Paten achten darauf, dass sie befolgt werden. Jeder hat seine Aufgabe. Die Kinder müssen nicht zur Schule gehen, denn Mutter Natur lehrt sie alles und sorgt für alle. Keines der Kinder in Saat weiß, wer seine/ihre Mutter ist. Papa S wählt Gefährtinnen, diese bekommen dann Kinder, und die gehören der Gemeinschaft. Gerade ist Elisabeth schwanger. Die fünfzehnjährige Pearl ist überzeugt, dass Elisabeth ihre Mutter ist, denn die beiden haben eine enge Bindung. Gerade hat Pearl ihre erste Periode bekommen und musste die Nacht in einem Erdloch verbringen. Der Schoß der Erde soll ihren Schoß fruchtbar machen. Zum ersten Mal überhaupt bekommt die Gemeinschaft neue Mitglieder von „draußen“. Linda zieht mit ihren Kindern Sophie und Ellis ein. Außer beim Gemüseverkauf auf dem Markt hatte Pearl noch nie Kontakt mit Leuten von „draußen“. Sie ist fasziniert von dem attraktiven Ellis, der so wunderbar Klavier spielen kann. Papa S bemerkt ihre Blicke und bestraft sie für ihre unreinen Gedanken. Linda ist glücklich in Saat. Die Natur hat sie von ihren Depressionen geheilt. Für die kleine Sophie ist das Leben in Saat wie Ferien auf dem Bauernhof, doch Ellis betrachtet das scheinbare Paradies mit Skepsis. Pearl glaubt Ellis nicht, dass es Menschen gibt, die zum Mond fliegen. Sie erzählt Ellis, die Sterne seien Löcher im Himmel und wenn man Honig nascht, ohne besondere Tropfen dazu zu geben, schlüpfen einem Bienen im Bauch und man stirbt. Ellis lacht und fragt, ob sie auch noch an die Zahnfee und den Schwarzen Mann glaubt. Sie hat keine Ahnung, wovon er spricht. Bei einem Unglück in der Scheune wird Pearls beste Freundin Kate schwer verletzt. Hätte Ellis sie nicht wiederbelebt, wäre sie gestorben. Es gibt keinen Arzt in Saat. Wen die Natur zu sich ruft, für den ist es Zeit zu gehen. Für Ellis ist das unbegreiflich. Als Ellis selbst verletzt wird, besteht Linda zum Glück darauf, ihn ins Krankenhaus zu bringen, obwohl es den Regeln widerspricht. Die rebellische Kate trifft sich heimlich mit Simon von „draußen“. Sie ist nicht so glücklich in Saat, wie sie sein sollte, auch nicht, als sie Papa S neue Gefährtin wird. Ellis versucht Pearl zu erklären, dass in Saat etwas faul ist, doch sie will es nicht hören. Als alle ihre schlechten Gedanken in einer Kiste verbrennen, meint Pearl, den Körper einer Frau im Feuer zu sehen. Als Papa S Pearl in sein Schafzimmer und sein Bett bittet, um ihre Seele zu reinigen, fühlt es sich plötzlich so falsch an, und Pearl ergreift die Flucht. Als Elisabeth und ihr ungeborenes Kind sterben, behauptet Papa S, es sei Pearls Schuld. Die Natur würde sie so für ihren Ungehorsam bestrafen. Um die Verbindung der Gemeinschaft zu stärken, führt Papa S ein Ritual durch. Alle ritzen sich die Haut und trinken von Blut der anderen, nur Ellis weigert sich. Papa S erzählt allen, dass er schwer krank ist. Am nächsten Tag ist sein langer Bart plötzlich verschwunden. Schuld daran seien allein die negativen Gedanken der Bewohner von Saat. Plötzlich kommen Leute von „draußen“, fragen nach den Kindern, ob es ihnen gut geht, ob sie zur Schule gehen. Pearl will ihnen am liebsten alles erzählen. Sie denkt nur noch an Flucht, aber nicht ohne Kate, Ellis und die anderen. In der Nacht ruft Papa S alle in der Scheune zusammen. Die Welt wird untergehen, und es gibt nur einen Ausweg. Er verteilt Becher an alle … .
Eine packende Geschichte über das Leben in einer Sekte! Spannend bis zur letzten Seite!Beim Lesen wollte ich Pearl am liebsten packen, schütteln und wachrütteln.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Easygoing "

Leben mit Chaos im Kopf: "Easygoing"!

Jenny Jägerfeld, übersetzt von Birgitta Kicherer
Easygoing
978-3-446-25298-1
Hanser Verlag
Alter: 14+

Joanna hat ADHS. Ohne ihr Ritalin herrscht in ihrem Kopf das Chaos. Joannas Familie ist arm. Ihr depressiver Vater klebt im Jogginganzug im Fernsehsessel fest, könnte genauso gut im Koma liegen, und ihre Mutter, eine erfolglose Schriftstellerin, will die Realität nicht sehen. Der Kühlschrank ist leer. Joanna hat immer Hunger. Sie klaut sogar Brot. Um Geld zu verdienen, verkauft Joanna in der Schule abgelaufene Kondome an ihre Mitschüler, die sie vom Matheus bekommt. Der ist ihr Freund, aber mehr so ein „Fuck-Buddy“, den sie gelegentlich zum „Ficken“ aufsucht. Ihr Studiengeld bekommt ihre Mutter, um Essen zu kaufen. Joanna schämt sich vor ihren reichen Freunden, die immer die coolsten Klamotten und die neuesten Handys haben und trotzdem nie zufrieden sind und erfindet Ausreden, wenn sie mal wieder nicht mit ihnen weggehen kann, weil das Geld fehlt. Sie ist fasziniert von Audrey, die einen ziemlich üblen Ruf als Brandstifterin und Tierquälerin hat, und die rätselhafter-weise bei Joanna ein Kribbeln im Bauch auslöst. In Audreys Nähe bekommt sie kaum einen vernünftigen Satz heraus. Eines Tages verkündet Joannas Mutter, dass kein Geld für neues Ritalin da ist. Damit ist die Freakshow im Kopf vorprogrammiert. Ein paar Tage Galgenfrist hat Joanna noch. Obwohl sie kein Geld fürs Kino hat, zieht es sie immer wieder dorthin, weil Audrey da an der Kasse arbeitet. Audrey nimmt sie mit zum Tanzen, und irgendwann landen die beiden im Bett. Joanna wird klar, dass sie verliebt ist. Mit Matheus macht sie umgehend Schluss. Er bittet und bettelt, er liebt sie wirklich, doch sie hatte noch nie echte Gefühle für ihn. Seit sie zu Audrey gefunden hat, ist sie glücklich, doch sie macht sich Sorgen. Sie hat nur noch eine einzige Tablette. Was wird ihre geliebte Audrey sagen, wenn sie die „Chaos-Zappel-Joanna“ kennenlernt? Es wird Zeit für extreme Maßnahmen. Joanna weiß, dass ihr Mitschüler Valle mit Gras dealt. Da sie neulich zufällig im Computerraum eine seiner Mails gelesen hat, weiß sie, wann und an wen er das Zeug verticken will. Also klaut sie den Stoff aus Valles Spind und geht an seiner Stelle zum Treffpunkt. Als der Deal steigt, bekommt sie Panik und haut ab, mit den Stoff UND dem Geld, 17500 Kronen! Am nächsten Tag sieht sie sich in der Schule einem wütenden Valle gegenüber. Doch der hat noch gar nicht gecheckt, dass sein Stoff weg ist, weil er gerade ganz andere Sorgen hat. Seine Freundin Aisha ist schwanger! Diese verfluchten, abgelaufenen Kondome, die Joanna ihm verkauft hat, sind schuld. Eines dieser Mist-Dinger ist nämlich gerissen. Verzweifelt erzählt sie Audrey, in was für einer Scheiße sie steckt. Die schaut erst mal im Internet, wie man einen Joint baut, und die beiden „testen“ das Gras. Sie haben einen solchen Lachflash, dass sich sogar Joannas Vater aus dem Fernsehsessel erhebt und an ihre Tür klopft. Joanna weiß nicht, wohin mit dem Gras, und das gestohlene Geld auszugeben, ist ihr irgendwie unangenehm. Sie stockt lediglich ihren Ritalin-Vorrat wieder auf. In der Schule hat sie Angst vor Valle. Dann fliegt auch noch die Sache mit dem Kondomhandel auf, und die Direktorin zitiert sie in ihr Büro. Audrey „rettet“ sie, indem sie einen Papierkorb in Brand steckt. Joanna spendet das gestohlene Geld. Valle lauert ihr auf, schlägt sie zusammen und bedroht sie und ihre Familie. Er will das Geld und das Gras. Aisha will das Kind behalten. Valle wird also Vater. Das wird nicht billig. Joanna überlegt, einen Schnell-Kredit aufzunehmen, doch die Zinsen sind Wucher. Wie soll sie nur aus diesem Schlamassel jemals wieder herauskommen?
Genial erzählt! Ein Buch voller Probleme und dennoch oft zum Schreien komisch!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Nichts wünsche ich mir mehr"

Leben ohne Haare: "Nichts wünsche ich mir mehr"!

Lena Hach
Nichts wünsche ich mir mehr
978-3-407-82191-1
Beltz Verlag
Alter: 14+

Wenn ihre besten Freundinnen Thea und Charlie und die anderen Mädchen in der Schule über schlaffe Locken, fettigen Ansatz oder Spliss jammern, möchte die sechzehnjährige Katha am liebsten laut schreien. Als ihr Bruder Henri die kahlen Stellen auf ihrem Kopf bemerkte und ihr sagte, sie würde eine Glatze bekommen, hielt sie es zunächst für einen schlechten Scherz, doch nach mehreren Arztbesuchen ist es amtlich: Katha hat Alopezie, auch bekannt als „kreisrunder Haarausfall“! Koffeinshampoo, Pillen, Cremes – nichts hilft. Katha versteckt ihren „Makel“, selbst vor ihren besten Freundinnen. Anfangs kann sie mit Haarbändern und Spangen die kahlen Stellen kaschieren. Sie verknallt sich in Jasper mit dem süßen Lockenkopf, doch welcher Junge will schon ein Mädchen ohne Haare? Als von ihrer Frisur fast nichts mehr übrig ist, rasiert Katha auch den Rest ab. Sie will nicht mehr zur Schule oder überhaupt aus dem Haus und sagt auch ihr erstes Date mit Jasper ab. Erst sagt sie ihm, sie sei krank, dann lügt sie ihm vor, sie wäre wieder mit ihrem Ex zusammen. Ihr Vater geht mit ihr eine Perücke kaufen, doch sie hat Angst, dass jemand ihre Polyester-Haare als solche erkennt, aber in der Schule fragen sie nur, ob sie bei einem neuen Friseur war. Leider fallen auch ihre Augenbrauen und Wimpern aus. Sie versucht es mit falschen Wimpern und Augenbrauenstift, doch das Ergebnis sieht aus, als wolle sie zum Karneval. Auch Achsel- und Schamhaare verabschieden sich, die Beine rasieren muss sie schon lange nicht mehr. Henris Freundin Tiffi stylt Kathas Perücke mit Fön-Frisur für eine Kostümparty. Endlich hat sie wieder Spaß, bis ihr bester Kumpel Elias sie bloßstellt. Es zeigt sich, dass Kathas Freundinnen auch schon länger von ihrem Problem wussten, aber sich nicht trauten, sie darauf anzusprechen. Jetzt reden sie endlich wieder offen miteinander. In einem Internet-Forum für Alopezie chattet Katha mit Rose und fragt sie, ob sie so jemals einen Freund finden wird. Diese Sorge bewegt auch Kathas Mutter. Rose kann sie beruhigen. Sie ist glücklich verheiratet, hat eine kleine Tochter und wechselt die Perücken wie andere die Socken. Heute ist sie eine schillernde Orchidee, früher war sie ein Mauerblümchen. Katha besucht Rose zusammen mit ihren Freundinnen. Jasper bittet sie erneut um ein Date und kreuzt dann allen Ernstes im Hotdog-Kostüm im Lokal auf, so dass alle ihn anstarren statt sie. Leider ruiniert er das perfekte Date, als er ihr am Ende ihr Tuch, ihre „Verkleidung“ vom Kopf ziehen will. Sie ist enttäuscht und wütend. Er weiß dass er Mist gebaut hat und entschuldigt sich. Katha blockt ab, doch er gibt nicht so leicht auf, und hat Erfolg. Die beiden kommen zusammen. Katha ist total glücklich mit Jasper. Trotzdem verletzt sie das dumme Gerede im Schul-Klo von den oberflächlichen Mädchen, die lästern und meinen, sie wären lieber tot als kahl und die behaupten, Jasper wäre nur aus Mitleid mit ihr zusammen. Doch Katha gibt Konter, wird mutiger und selbstbewusster. Ihre Sportlehrerin erzählt ihr, dass ihre Schwester auch Alozepie hat und nicht so mutig ist. Jasper verprügelt einen Jungen aus seinem Hockey-Team, als der ihn dumm anmacht und fragt, ob Katha auch „untenrum“ kahl sei. Katha entschließt sich dazu, eine experimentelle Reiztherapie zu beginnen. Die löst eine Allergie aus, die das Immunsystem ablenken soll, damit es nicht länger die Haarfollikel angreift, doch diese Therapie ist sehr schmerzhaft … .
Haare sind für Mädchen in Kathas Alters ein Statussymbol. Lang und seidig müssen sie sein, wie die Shampoo-Werbung es vorschreibt. Da fällt es schwer, anders zu sein.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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