Mittwoch, 21. Juni 2017

"Das Mädchen mit dem Löwenherz"

Eine gefährliche Gabe: "Das Mädchen mit dem Löwenherz"!

Jürgen Seidel
Das Mädchen mit dem Löwenherz
978-3-570-15955-2
cbj Verlag
Alter: 12+

Das Jahr 1537: Anna erzählt in einer Reihe von Briefen an Martin Luther ihre Geschichte:
Das intelligente Waisenmädchen wächst bei einer Türmer-Familie auf und bringt sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Anna verfügt über ein fotografisches Gedächtnis. Eine Gabe Gottes oder Teufelswerk? Sie gelangt in die Dienste eines reisenden Erzdiakons. Dieser Erzdiakon ist der Reformation zugetan. Der Ablasshandel ist ihm zuwider. Er führt eine Gruppe Kinder (Irm, Solveg und den blinden Matts) auf seinen Reisen mit sich, die ihm unterschiedliche Dienste erweisen. Vor allem die hübsche Irm mit der engelsgleichen Stimme hat es ihm angetan. Er geißelt sich für seine unkeuschen Gedanken. Fasziniert von Annas Gabe, setzt er das Mädchen als Spionin ein. Als Junge verkleidet, reist sie mit seinem weltlichen Berater Zangl, muss sich Inhalte von Briefen und Dokumenten einprägen und auf Befehl wortgetreu wiedergeben. Die anderen Kinder sind neidisch, weil sie bevorzugt behandelt wird. Vor allem von Irm wird sie anfeindet und sogar des Diebstahls beschuldigt. Von Solveg wird sie verprügelt, aber sie zeigt Gnade gegenüber ihren Peinigern. Wie durch ein Wunder kehrt die Sehkraft von Matts stückweise zurück, dafür geht es mit der Gesundheit des Erzdiakons bergab. Schon immer plagte ihn ein heftiges Knieleiden, die Bader quälten ihn mit grausamen Operationen, doch nun redet er mit Vögeln und Flöhen, sieht überall Boten des Teufels und Verräter, ist geistig völlig verwirrt. Zangl tut sein Bestes, um den Zustand des Erzdiakons geheim zu halten. Anna hilft Zangl, das verwerfliche Verhalten etlicher Geistlicher aufzudecken, die in Frauenhäusern verkehren, Leute betrügen und Kinder quälen. All diese Informationen drucken sie in Fulda auf Flugblätter, die sie in große Gefahr bringen. Die Kinder werden als Geiseln genommen, um von Zangl die Herausgabe der Flugblätter zu erpressen. Er fügt sich. Zangl, Anna und ihre Freunde gewinnen immer mehr Verbündete, die sich ihrem Widerstand anschließen, doch auch die Zahl ihrer Feinde wächst. Denen fallen sie in die Hände und sollen vor Gericht. Anna wird als wegen ihrer Gabe als Hexe beschimpft. Sie hungern im Verlies und Matts stirbt. Anna entkommt mit Gottes Hilfe oder Hexerei. Sie ist plötzlich wieder in Zons, ihrem Heimatort, und nimmt Rache an dem Schultheiß, der damals dort ihren Kindheitsfreund Felix erschlagen ließ. Sie entführt dessen verwöhnte, sechsjährige Tochter Johanna. Johanna wächst ihr jedoch ans Herz, zudem verliebt sie sich in Johannas Bruder Til. Mit Johanna sucht Anna Zuflucht in einem Frauenkloster, wo sie der Kleinen das Lesen beibringt. Hier begegnet sie erstmals ihrem zukünftigen Todfeind, dem Advokat. Er verachtet Hexen und Frauen generell, sowie gemeines Volk, das lesen kann. Anna ist eine Gefahr für ihn. Er lässt das Kloster überfallen und verursacht viel Leid. Nach dem Tod der Priorin wird Anna deren Nachfolgerin. Anna gerät immer wieder in Gefangenschaft, wird gefoltert und gedemütigt, aber gibt nie auf. Sie lernt Luthers Frau, Katharina von Bora, kennen und auch Luther selbst, als sie sich als Junge verkleidet bei einer Vorlesung unter seine Studenten mischt. Der Advokat lässt sie nicht in Ruhe. Er will ihre Gabe für seine Zwecke nutzen. Anna versucht, den Erzdiakon um Hilfe bitten, doch der ist nun völlig verwirrt, lässt sich als Papst verkleidet von Schaustellern umhertragen und sagt Leuten die Zukunft voraus. Er ist keine Hilfe. Anna ist verzweifelt. Der Advokat erpresst sie. Sie soll Luther vergiften … .
Mal ganz ohne Fantasy! Ein spannender, historischer Roman, passend zum Luther-Jahr!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Royal Blood - Schattenkrone"

Als Alexander der Große noch der "kleine" Alex war: "Royal Blood - Schattenkrone"!

Eleanor Herman, übersetzt von Anna Julia und Christine Strüh
Royal Blood - Schattenkrone (Band 1)
978-3-8414-2230-9
Fischer FJB Verlag
Alter: 14+

340 v. Chr.: Alex, Sohn des Königs von Makedonien, wird wegen seiner Behinderung von seinem Vater wie ein kleines Kind behandelt. Mit seinem besten Freund Heph, der ihm so treu ergeben ist, dass er ohne weiteres für ihn streben würde, will Alex nach Persien zu einer sagenumwobenen Quelle reisen, die alle Gebrechen heilen soll, auch sein verkrüppeltes Bein. Für die Reise brauchen sie Geld, daher soll Heph das Blutturnier gewinnen. Dorfjunge Jacob tritt ebenfalls beim Turnier an. Sollte er es überleben, will er Kat heiraten, die er seit frühester Kindheit liebt. Kat, die in Jacob bisher eher einen Bruder als einen Freund sah, folgt ihm nach Pella. Dann ist da noch Cyn, Alex ältere Stiefschwester, die sich in den Kopf gesetzt hat, ihren Vater zu stürzen und auch ihre Stiefmutter Olympias zu vernichten. Cyn ist ein besserer Krieger als all ihre Brüder, aber sie ist nun mal ein Mädchen, gerade gut genug, um verheiratet zu werden. Ihr Vater nimmt sie nicht ernst. Für ihren Plan braucht Cyn das sogenannte Rauchblut (Blut, das durch Verrat geflossen ist), das sie gegen Schmerz und Tod schützen soll, daher will sie Heph dazu bringen zum Verräter an Alex zu werden. Sie nutzt jede Gelegenheit, um Zwietracht zu sähen. Im Turnier geht nicht der Favorit Heph als Sieger hervor, sondern, zur Überraschung aller, der unscheinbare Dorfjunge Jacob. Kat, die auf ihn gewettet hat, gewinnt einen Batzen Geld und zieht sich den Zorn eines betrunkenen Adligen zu. Als sie sich gegen ihn verteidigt, wird sie von den Wachen in Gewahrsam genommen, doch Alex greift ein und lässt sie als seinen Gast in den Palast bringen. Das kommt Kat gerade recht, denn sie will sich an Olympias rächen, die ihre Mutter Helena, die einst Olympias Zofe war, ermorden ließ. Doch ihre Nachforschungen über den Grund von Helenas Ermordung werfen nur noch mehr Fragen auf. Angeblich hat Helena in der Nacht von Alex Geburt Olympias bestohlen. Doch was war es, das sie ihr gestohlen hat, und warum rechtfertigt das einen Mord? Im fernen Persien wird derweil Zofia von der Entscheidung ihres Onkels, des Königs von Persien, überrascht. Sie soll Prinz Alex heiraten, aber sie hat ihre Liebe (und ihre Jungfräulichkeit) bereits einem einfachen Soldaten geschenkt. Als Junge verkleidet flieht sie bei Nacht aus dem Palast und fällt sogleich in die Hände von Sklavenhändlern. Von einer alten Wahrsagerin erfährt sie, dass sie schwanger ist. Als Soldaten sie befreien, erzählt sie ihnen, sie sei die Tochter eines Pferdehändlers, doch die Lüge fliegt bald auf. In Pellas träumt Jacob von einer Karriere beim Militär, die ihm und Kat ein Leben in Wohlstand bringen würde und tritt in den Dienst der aesarischen Fürsten. Diese Fürsten sind Alex äußerst suspekt. Er befürchtet, dass sie Verrat planen. Cyn umgarnt und manipuliert indes weiterhin Heph und stänkert gegen Kat. Es ist nicht zu übersehen, dass Alex und Kat sich zueinander hingezogen fühlen. Doch dann landet Kat als angebliche Attentäterin im Gefängnis. Jemand hatte ihr ein Giftfläschchen untergeschoben. Heph befreit sie. Kat flieht nach Karien, in die Heimat ihrer Mutter. Ein Falke weist ihr den Weg zu der alten Ada. Die offenbart Kat, dass sie eine Blutmagierin ist und trainiert ihre Gabe. Kat hat eine Vision über ihre wahre Herkunft und macht sich auf den Weg zurück nach Pella. Dort haben Alex und Heph gerade ein verborgenes Heerlager der Aasarier entdeckt. Alex ist bereit, seine Truppen in die Schlacht zu führen, doch die Gegner sind in der Überzahl. Als bereits alles verloren scheint, taucht plötzlich Kat auf … .
Ein historisches Abenteuer aus dem alten Griechenland, gewürzt mit einer Prise Fantasy!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Worte für die Ewigkeit"

Es war einmal in Montana: "Worte für die Ewigkeit"!

Lucy Inglis, übersetzt von Ilse Rothfuss
Worte für die Ewigkeit
978-3-551-52087-6
Chicken House Verlag
Alter: 14+

Montana 1867: Die sechzehnjährige Emily reist von England nach Amerika und durchquert mit ihrer Gouvernante Miss Adams den Kontinent. Ziel ist San Francisco. Dort soll sie einen reichen Eisenbahn-Erben heiraten, den sie noch nie gesehen hat. In Montana stürzt die Kutsche von einer Brücke. Nur Emily überlebt. Sie wird von Nate gefunden, dem mysteriösen Fremden mit der gebräunten Haut und den hellen Augen, der Emily schon bei ihrer letzten Rast auffiel. Er nimmt sie mit in seine Hütte und pflegt sie gesund. Doch er kann und will sie nicht in die nächste Stadt bringen. Emiliy legt das Korsett ab und trägt zum ersten Mal Hosen. Das Leben in Wildnis ist für sie ungewohnt. Nate erweist sich als echter Gentleman. Er ist erbost, dass ihre Familie sie an einen Fremden verschachern wollte. Nate wurde im Krieg verwundet und desertierte. Seitdem hinkt er. Emily lernt im Herrensitz auf der Stute Tara reiten und begleitet Nate. Er handelt manchmal mit Pferden, doch jetzt ist er für die Eisenbahngesellschaft als Kundschafter unterwegs. Sie stoßen auf eine dahin gemetzelte Büffelherde, und Emil lernt Nates Halbgeschwister Lucky und Rose kennen. Lucky und seine Frau sind sehr freizügig, und Nate begreift, wie sexuell unerfahren Emily ist, als er ihre Reaktion darauf sieht. Er erzählt ihr von seiner Kindheit. Seine Mutter heiratete nach Tod des Vaters einen Indianer und verschmähte den Fiesling Hart. Harts und Nates Familien sind seitdem Todfeinde. Emily kommt mit, als Nate und seine Geschwister mit den anderen Stämmen gegen die Jäger vorgehen wollen. Auch hier mischt Hart wieder mit, natürlich auf Seiten der Jäger. Bei dem Kampf retten sich Emiliy und Nate gegenseitig das Leben. Emiliy will nicht mehr fort, sie fühlt sich zuhause bei Nate. Die beiden verlieben sich, doch eines Tages taucht Hart mit Emilys Vater im Schlepptau bei der Hütte auf, und Hart schießt auf Nate … .
Montana heute: Die sechzehnjährige Hope wird von ihrer Mutter, einer Ökologin (und „Übermutter“) um die ganze Welt geschleppt. Hopes Mutter erteilt ihr Hausunterricht und versucht, sie für Naturwissenschaften zu begeistern, doch Hope möchte Schriftstellerin werden. Ihre Mutter kontrolliert sie ohne Ende, Hope darf ihre Zimmertür nicht schließen, darf keinen Kontakt zum Vater haben, Facebook ist sowieso schlecht für sie … . Hope hat zunächst keine Lust auf den „Wilden Westen“. Doch dann lernt sie Cal kennen. Seine Familie züchtet Rinder und Pferde, und Hope und ihre Mutter werden auf ihrer Ranch wohnen. Hope lernt auch den unsympathischen Chief Hart kennen. Cals Familie ist seit Generationen mit der der Harts verfeindet, doch Cal weiß nicht warum. Er weiß nur, Hart ist ein Tyrann, der seine Familie misshandelt seine Postion ausnutzt, um die Indianer zu schikanieren. Hope lernt reiten und freundet sich mit dem Wolfshund-Welpen Buddy an. Auf dem Dachboden der Ranch findet Hope Emilys Tagebuch. Als Hope und Cal unterwegs sind, um Pferde abzuholen, stürzt ihr Pick-Up von einer Brücke. Hope sieht erstaunt die Parallelen zu dem, was Emily in ihr Tagebuch schrieb, auch als beide in der Hütte Schutz suchen, die Cals Großeltern gehörte. Es ist eindeutig die Hütte, die Emily in ihrem Tagebuch beschreibt. Hope liest fasziniert weiter, während sie darauf warten, gefunden zu werden. Hope fühlt sich frei mit Cal in der Wildnis, doch plötzlich taucht Hart auf, und das Schicksal wiederholt sich auf grausame Weise. Hart schießt auf Cal … .
Emilys und Hopes Geschichten werden abwechselnd erzählt. Dadurch bleibt es spannend bis zum Schluss. Doch nur eine der beiden Geschichten hat ein Happy End … .
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 14. Juni 2017

"Hallo Leben, hörst du mich?"

Die abenteuerliche Reise von Alex: "Hallo Leben, hörst du mich?"!

Jack Cheng, übersetzt von Bernadette Ott
Hallo Leben, hörst du mich?
978-3-570-16456-3
cbt Verlag
Alter: 12+

Der elfjährige Alex lebt mit seiner psychisch labilen Mutter und seinem Hund Carl Sagan in einem Kaff in Colorado. Sein Vater starb als er drei war, und sein erwachsener Bruder Ronnie ist Sport-Agent in LA. Alex liebt das Weltall. Da kennt er sich super aus, aber über das Leben auf der Erde muss er noch viel lernen. Er ist ein liebenswerter, weltfremder Nerd mit autistischen Zügen, nimmt alles wörtlich und steht öfter mal auf dem Schlauch. Alex spricht Botschaften auf seinen goldenen iPod (Golden wie die Datenplatte der Voyager Sonde) und nimmt allerlei Geräusche auf. Er will ihn bei einem Raketentreffen in New Mexico ins All schießen, damit die Außerirdischen mehr über die Erde und die Menschen erfahren. Er fragt sich, ob es auf anderen Planeten Regen gibt oder Außerirdische einen Blinddarm haben. Bevor er sich auf den Weg macht, kocht er für seine Mutter das Essen vor und schreibt ihr einen Zettel. Im Zug nach New Mexico lernt Alex Zed kennen. Zed hat ein Schweigegelübde abgelegt, verzichtet auf Handy und Internet, schreibt nur auf eine Schiefertafel. Zed fährt auch zu dem Treffen. Zeds Kumpel Steve holt ihn am Bahnhof ab und nimmt auch Alex mit in die Wüste. Dort haben sich bereits viele Menschen versammelt und bauen ihre Zelte auf. Alex ist aufgeregt, macht letzte Aufnahmen, trifft letzte Vorbereitungen. Leider legt Alex Rakete „Voyager 3“ nach 30 Metern eine Bruchlandung hin, und er ist furchtbar frustriert und enttäuscht. Als er seine Mails checkt, findet er eine Nachricht von einer Stammbaumwebsite. In Las Vegas lebt ein Mann mit dem gleichen Namen und Geburtstag wie sein Vater. Da Zed und Steve sowieso nach Vegas fahren, schließt er sich ihnen an, um der Sache nachzugehen. Im Großstadtgewimmel geht Carl Sagan verloren. Sie drucken Flugblätter und suchen überall, ohne Erfolg. Die Adresse aus der Mail führt Alex zu seiner neunzehnjährigen Halbschwester Terra. Es sieht so aus, als hätte sein Vater, der übrigens tatsächlich verstorben ist, ein Doppelleben gehabt mit zwei Familien. Gemeinsam mit Terra, Zed und Steve fährt Alex nach LA, um seinen Bruder Ronnie zu sehen, doch der ist nicht zuhause. Terra hat Alex und seine spezielle Art mittlerweile sehr lieb gewonnen. Sie amüsiert sich köstlich, als er sie fragt, ob die Periode, die sie hat, mit Mathematik zu tun hat. Sie übernachten bei Steve und seinem Mitbewohner Nathan. Alex versteht nicht, warum sich Steve und Nathan plötzlich wegen Terra streiten. Die Erwachsenen und ihre Gefühle sind schon rätselhaft. Schließlich fährt Terra Alex nachhause nach Colorado, doch seine Mutter ist verschwunden. Alex meint, wenn sie mal nicht ihre ruhigen Tage hat, verschwindet sie oft tagelang. Dann fällt Alex vom Dach und landet schwer verletzt im Krankenhaus. Terra macht sich große Sorgen, Steve kommt aus LA, Zed kommt mit Carl Sagan, der wieder aufgetaucht ist, sogar Ronnie steht plötzlich auf der Matte. Ronnie erzählt Alex, dass ihre Mutter auch in einem Krankenhaus ist. Sie hat etwas, das Schizophrenie heißt, was Alex nicht versteht. Sobald es ihm besser geht, will er die Mutter besuchen. Die erkennt ihre Söhne nicht und hält sie für Aliens. Ronnie weiß nicht, wo er das Geld für Alex OP und die Behandlung der Mutter hernehmen soll. Also starten sie einen Spendenaufruf im Raketenforum, der ein voller Erfolg wird. Alex bittet Ronnie ihm endlich die Wahrheit über seine Familie zu erzählen, da er Lügen hasst. Die beiden führen ein langes Gespräch. Doch wie soll es nun weitergehen? Schon bald steht das Jugendamt vor der Tür … .
Genial! Ich liebe dieses Buch! Gleich zu Beginn habe ich Alex ins Herz geschlossen.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Eine Insel für uns allein"

Eine ganz besondere Schatzsuche: "Eine Insel für uns allein"!

Sally Nicholls, übersetzt von Beate Schäfer
Eine Insel für uns allein
978-3-423-64028-2
dtv (Reihe Hanser) Verlag
Alter: 12+

Weil ihre Eltern tot sind, hat Hollys volljähriger Bruder Jonathan das Sorgerecht für sie und den kleinen Davy. Jonathan musste seinen Traum vom Studium aufgeben und arbeitet, um seine Familie zu ernähren. Das Geld ist immer knapp. Holly muss auf vieles verzichten und außerdem nach der Schule auf Davy aufpassen, weil der Hort zu teuer ist. Sie haben zwar noch Großeltern, doch die leben seit Großvaters Schlaganfall in einer betreuten Wohnanlage und können sich nicht um die Kinder kümmern. Das Jugendamt schaut ab und zu vorbei. Die Geldsorgen scheinen ein Ende zu haben, als (Groß-)Tante Irene den Kindern nach ihrem Tod ihren wertvollen Schmuck vererbt. Die Sache hat nur einen Haken. Niemand weiß, wo sich dieser Schmuck befindet. Tante Irene hat immer alles versteckt, damit der fiese Onkel Evan sie nicht bestiehlt. Holly hat jedoch eine Ahnung, wie man Irenes Verstecke finden könnte. Die Tante hat ihr vor ihrem Tod ein Fotoalbum geschenkt. Auf den Bildern waren keine Personen, sondern nur unterschiedliche Orte zu sehen: ein Wohnzimmer, ein Strand, ein Bahngleis … . Holly erstellt einen Blog und bittet um Mithilfe, um herauszufinden, wo genau diese Orte sind. Ihre Freunde von Makerspace (da treffen sich junge „Macher“, hauptsächlich Computerfreaks, und man kann von ihnen Programmieren lernen oder auch Schlösser knacken etc.) helfen fleißig mit. Hollys Hilferuf in Sachen Schatzsuche verbreitet sich wie ein Virus im Netz. Bald kommt der erste Hinweis. Jemand hat das verlassene Bahngleis erkannt. Holly und ihre Brüder fahren mit einem selbst gebastelten Metalldetektor hin und finden tatsächlich eine Stahlkassette. Leider ist da nicht der erhoffte Schmuck drin, sondern Aktien und andere Papiere, die die Kinder schweren Herzens Onkel Evan aushändigen. Hackerin Jen hat einen guten Tipp für Holly. Da Tante Irene digital fotografiert hat, müssen ihre Bilder Ortsangaben in den Metadaten erhalten. Holly besorgt sich Irenes Laptop und wird fündig. In einer Cloud hat die Tante die Originale der ausgedruckten Bilder gespeichert. Holly weiß, dass die Tante den Schmuck erst vor zwei Jahren versteckt hat, also fallen alle älteren Bilder weg. Zum Glück, denn eine Reise nach Polynesien hätten sich die Geschwister nie leisten können. Die Geldsorgen werden immer schlimmer. Eine kaputte Spülmaschine überflutet die Wohnung und den darunter liegenden Fish&Chips-Laden. Außerdem ist Davys Kaninchen Sebastian schwer krank. Es hat einen Tumor. Die Behandlung beim Tierarzt wurde mehrere hundert Pfund kosten. Das Jugendamt will nichts dazu zahlen. Kaninchen haben für die keine Priorität. Davy will nicht, dass Sebastian eingeschläfert wird. Holly gibt nicht auf. Sie muss Tante Irenes Schatz finden! Die vielversprechendste Spur führt auf die Orkney-Inseln im Norden Schottlands. Bahn-Gutscheine eines Freundes ermöglichen den Geschwistern die Zugfahrt nach Aberdeen, wo sie bei Kate, einer Internetbekanntschaft von Jonathan unterkommen. Kate ist so begeistert von der Schatzsuche, dass sie sich anschließt. Mit der Fähre fahren sie von Insel zu Insel, zelten in der freien Natur und bewundern alte Steine, bis sie schließlich ihr Ziel erreichen. Es handelt sich um eine kleine Felseninsel, die direkt einem Abenteuer der „Fünf Freunde“ entsprungen sein könnte. Hier kommen die Kinder bei einem älteren Ehepaar unter, das gut mit ihrem Opa befreundet ist. Mit dem Metalldetektor suchen sie den kompletten Strand ab. Keine Spur von dem Schatz! Es sieht so aus, als wäre ein anderer schneller gewesen … .
Spannende Schatzsuche! Der Titel ist etwas irreführend, doch die Geschichte ist großartig!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Hundert Stunden Nacht"

Ein Orkan und andere Katastrophen: "Hundert Stunden Nacht"!

Anna Woltz, übersetzt von Andrea Kluitmann
Hundert Stunden Nacht
978-3-551-58348-2
Carlsen Verlag
Alter: 14+

Nichts wie weg! Die vierzehnjährige Emilia aus Holland kann sich nie wieder in der Schule sehen lassen. Unglaublich, was sich ihr Vater, der zugleich auch ihr Schuldirektor ist, da geleistet hat! Er hat der siebzehnjährigen Schülerin Juno unzählige SMS geschickt und sich auch privat mit ihr getroffen. Nun kam die Affäre ans Licht, und Emilias Leben ist zerstört. Emilias Mutter, eine durchgeknallte Künstlerin, ist auch nicht viel besser als ihr Vater. Kurzerhand packt Emilia ihren Koffer, löscht ihre Accounts bei Facebook und Twitter, um dem Shitstorm zu entkommen, klaut die Kreditkarte ihres Vaters und fliegt (trotz Flugangst) nach New York. Weil sie ein Rückflugticket hat und eine (gefälschte) Einverständniserklärung der Eltern, kommt sie ohne Probleme durch die Kontrollen. Mit dem Taxi fährt sie zu dem Apartment, das sie online gemietet hat. Der fünfzehnjährige Seth Greenberg öffnet ihr die Tür, und sie erfährt, dass es dieses Miet-Apartment gar nicht gibt. Emilia wurde betrogen. Wo soll sie nun bleiben? Ihr Geld reicht nicht für ein Hotel, und als Minderjährige würde man sie ohnehin nicht allein einchecken lassen. Grübelnd hockt Emilia auf dem Gehsteig, als direkt vor ihr ein attraktiver Junge ohnmächtig wird. Sein Name ist Jim, er ist siebzehn und kommt gerade aus dem Krankenhaus. Bei der Arbeit in einem Restaurant hat er sich den halben Finger abgeschnitten. Er hat starke Medikamente bekommen und sollte eigentlich nicht allein sein. Also bringt Emilia Jim nachhause (er wohnt gleich gegenüber) und verbringt die Nacht auf seiner schmuddeliger Matratze. Emilia wundert sich über sich selbst, denn sie hat eine Zwangsstörung und muss ständig alles desinfizieren wegen möglicher Bazillen. Als sie am nächsten Morgen Frühstück besorgen will, trifft sie Seth wieder und dessen neunjährige Schwester Abby. Seth kann nicht glauben, dass Emilia bei einem Fremden übernachtet hat und begleitet sie zu Jims Wohnung. Dort bekommt Emilia erst einmal eine Panikattacke, weil Jim in ihrem Koffer gewühlt hat. Sie muss sofort bei Seth alle ihre Kleider waschen. Abby lädt sie ein zu bleiben, wovon Seth wenig begeistert scheint. Emilia kann im Zimmer der Mutter von Seth und Abby wohnen, die verreist ist. Einen Vater gibt es nicht mehr. Er kam vor einigen Jahren bei einem Unfall (oder war es doch Selbstmord?) ums Leben. In den Nachrichten wird Hurrican Sandy angekündigt. Alle Ney Yorker decken sich mit haltbaren Lebensmitteln, Wasser und Kerzen ein. Während Seth und Emilia einkaufen, holt Abby Jim in die Wohnung, denn er hat Fieber. Da seine Eltern in Detroit leben, will Abby sich um ihn kümmern. Sandy überflutet die halbe Stadt, es gibt erste Tote, der Strom im südlichen Manhattan fällt komplett aus, auch Handys und Internet funktionieren nicht mehr. Dass es auch kein Wasser mehr gibt, ist für Emilia am Schlimmsten. Als Sandy nachlässt, pilgern die Menschen aus dem dunklen Süden in den Norden, wo es noch Strom gibt, um ihre Handys aufzuladen etc. Auch Emilia, Seth, Abby und Jim verlassen ihr „Orkanasyl“ auf der Suche nach Steckdosen, und Jim muss im Krankenhaus seine Wunde neu verbinden lassen. Trotz des Chaos fühlt Emilia sich frei in der ungewöhnlichen Gemeinschaft. Sie hat seit Tagen nicht geduscht, mit Abby aus einer Schale gegessen und im selben Bett geschlafen, die Haut anderer Menschen berührt und noch dazu Orkan überlebt. Es ging ihr noch nie so gut. Doch dann wird sie an Halloween in einem Restaurant von einem Reporter erkannt, und ihre Eltern sind auf dem Weg nach New York.  … .
Manchmal muss man um die halbe Welt reisen, um sich selbst zu finden. Geniale Story!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 7. Juni 2017

"Hier musst du glücklich sein"

Leben in einer Sekte: "Hier musst du glücklich sein"!

Lisa Heathfield, übersetzt von Birgit Schmitz
Hier musst du glücklich sein
978-3-551-58338-3
Carlsen Verlag
Alter: 14+

Alle sind glücklich in Saat, einer harmonischen Gemeinschaft, die im Einklang mit der Natur lebt. Ihr Anführer Papa S stellt die Regeln auf, und die Paten achten darauf, dass sie befolgt werden. Jeder hat seine Aufgabe. Die Kinder müssen nicht zur Schule gehen, denn Mutter Natur lehrt sie alles und sorgt für alle. Keines der Kinder in Saat weiß, wer seine/ihre Mutter ist. Papa S wählt Gefährtinnen, diese bekommen dann Kinder, und die gehören der Gemeinschaft. Gerade ist Elisabeth schwanger. Die fünfzehnjährige Pearl ist überzeugt, dass Elisabeth ihre Mutter ist, denn die beiden haben eine enge Bindung. Gerade hat Pearl ihre erste Periode bekommen und musste die Nacht in einem Erdloch verbringen. Der Schoß der Erde soll ihren Schoß fruchtbar machen. Zum ersten Mal überhaupt bekommt die Gemeinschaft neue Mitglieder von „draußen“. Linda zieht mit ihren Kindern Sophie und Ellis ein. Außer beim Gemüseverkauf auf dem Markt hatte Pearl noch nie Kontakt mit Leuten von „draußen“. Sie ist fasziniert von dem attraktiven Ellis, der so wunderbar Klavier spielen kann. Papa S bemerkt ihre Blicke und bestraft sie für ihre unreinen Gedanken. Linda ist glücklich in Saat. Die Natur hat sie von ihren Depressionen geheilt. Für die kleine Sophie ist das Leben in Saat wie Ferien auf dem Bauernhof, doch Ellis betrachtet das scheinbare Paradies mit Skepsis. Pearl glaubt Ellis nicht, dass es Menschen gibt, die zum Mond fliegen. Sie erzählt Ellis, die Sterne seien Löcher im Himmel und wenn man Honig nascht, ohne besondere Tropfen dazu zu geben, schlüpfen einem Bienen im Bauch und man stirbt. Ellis lacht und fragt, ob sie auch noch an die Zahnfee und den Schwarzen Mann glaubt. Sie hat keine Ahnung, wovon er spricht. Bei einem Unglück in der Scheune wird Pearls beste Freundin Kate schwer verletzt. Hätte Ellis sie nicht wiederbelebt, wäre sie gestorben. Es gibt keinen Arzt in Saat. Wen die Natur zu sich ruft, für den ist es Zeit zu gehen. Für Ellis ist das unbegreiflich. Als Ellis selbst verletzt wird, besteht Linda zum Glück darauf, ihn ins Krankenhaus zu bringen, obwohl es den Regeln widerspricht. Die rebellische Kate trifft sich heimlich mit Simon von „draußen“. Sie ist nicht so glücklich in Saat, wie sie sein sollte, auch nicht, als sie Papa S neue Gefährtin wird. Ellis versucht Pearl zu erklären, dass in Saat etwas faul ist, doch sie will es nicht hören. Als alle ihre schlechten Gedanken in einer Kiste verbrennen, meint Pearl, den Körper einer Frau im Feuer zu sehen. Als Papa S Pearl in sein Schafzimmer und sein Bett bittet, um ihre Seele zu reinigen, fühlt es sich plötzlich so falsch an, und Pearl ergreift die Flucht. Als Elisabeth und ihr ungeborenes Kind sterben, behauptet Papa S, es sei Pearls Schuld. Die Natur würde sie so für ihren Ungehorsam bestrafen. Um die Verbindung der Gemeinschaft zu stärken, führt Papa S ein Ritual durch. Alle ritzen sich die Haut und trinken von Blut der anderen, nur Ellis weigert sich. Papa S erzählt allen, dass er schwer krank ist. Am nächsten Tag ist sein langer Bart plötzlich verschwunden. Schuld daran seien allein die negativen Gedanken der Bewohner von Saat. Plötzlich kommen Leute von „draußen“, fragen nach den Kindern, ob es ihnen gut geht, ob sie zur Schule gehen. Pearl will ihnen am liebsten alles erzählen. Sie denkt nur noch an Flucht, aber nicht ohne Kate, Ellis und die anderen. In der Nacht ruft Papa S alle in der Scheune zusammen. Die Welt wird untergehen, und es gibt nur einen Ausweg. Er verteilt Becher an alle … .
Eine packende Geschichte über das Leben in einer Sekte! Spannend bis zur letzten Seite!Beim Lesen wollte ich Pearl am liebsten packen, schütteln und wachrütteln.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Easygoing "

Leben mit Chaos im Kopf: "Easygoing"!

Jenny Jägerfeld, übersetzt von Birgitta Kicherer
Easygoing
978-3-446-25298-1
Hanser Verlag
Alter: 14+

Joanna hat ADHS. Ohne ihr Ritalin herrscht in ihrem Kopf das Chaos. Joannas Familie ist arm. Ihr depressiver Vater klebt im Jogginganzug im Fernsehsessel fest, könnte genauso gut im Koma liegen, und ihre Mutter, eine erfolglose Schriftstellerin, will die Realität nicht sehen. Der Kühlschrank ist leer. Joanna hat immer Hunger. Sie klaut sogar Brot. Um Geld zu verdienen, verkauft Joanna in der Schule abgelaufene Kondome an ihre Mitschüler, die sie vom Matheus bekommt. Der ist ihr Freund, aber mehr so ein „Fuck-Buddy“, den sie gelegentlich zum „Ficken“ aufsucht. Ihr Studiengeld bekommt ihre Mutter, um Essen zu kaufen. Joanna schämt sich vor ihren reichen Freunden, die immer die coolsten Klamotten und die neuesten Handys haben und trotzdem nie zufrieden sind und erfindet Ausreden, wenn sie mal wieder nicht mit ihnen weggehen kann, weil das Geld fehlt. Sie ist fasziniert von Audrey, die einen ziemlich üblen Ruf als Brandstifterin und Tierquälerin hat, und die rätselhafter-weise bei Joanna ein Kribbeln im Bauch auslöst. In Audreys Nähe bekommt sie kaum einen vernünftigen Satz heraus. Eines Tages verkündet Joannas Mutter, dass kein Geld für neues Ritalin da ist. Damit ist die Freakshow im Kopf vorprogrammiert. Ein paar Tage Galgenfrist hat Joanna noch. Obwohl sie kein Geld fürs Kino hat, zieht es sie immer wieder dorthin, weil Audrey da an der Kasse arbeitet. Audrey nimmt sie mit zum Tanzen, und irgendwann landen die beiden im Bett. Joanna wird klar, dass sie verliebt ist. Mit Matheus macht sie umgehend Schluss. Er bittet und bettelt, er liebt sie wirklich, doch sie hatte noch nie echte Gefühle für ihn. Seit sie zu Audrey gefunden hat, ist sie glücklich, doch sie macht sich Sorgen. Sie hat nur noch eine einzige Tablette. Was wird ihre geliebte Audrey sagen, wenn sie die „Chaos-Zappel-Joanna“ kennenlernt? Es wird Zeit für extreme Maßnahmen. Joanna weiß, dass ihr Mitschüler Valle mit Gras dealt. Da sie neulich zufällig im Computerraum eine seiner Mails gelesen hat, weiß sie, wann und an wen er das Zeug verticken will. Also klaut sie den Stoff aus Valles Spind und geht an seiner Stelle zum Treffpunkt. Als der Deal steigt, bekommt sie Panik und haut ab, mit den Stoff UND dem Geld, 17500 Kronen! Am nächsten Tag sieht sie sich in der Schule einem wütenden Valle gegenüber. Doch der hat noch gar nicht gecheckt, dass sein Stoff weg ist, weil er gerade ganz andere Sorgen hat. Seine Freundin Aisha ist schwanger! Diese verfluchten, abgelaufenen Kondome, die Joanna ihm verkauft hat, sind schuld. Eines dieser Mist-Dinger ist nämlich gerissen. Verzweifelt erzählt sie Audrey, in was für einer Scheiße sie steckt. Die schaut erst mal im Internet, wie man einen Joint baut, und die beiden „testen“ das Gras. Sie haben einen solchen Lachflash, dass sich sogar Joannas Vater aus dem Fernsehsessel erhebt und an ihre Tür klopft. Joanna weiß nicht, wohin mit dem Gras, und das gestohlene Geld auszugeben, ist ihr irgendwie unangenehm. Sie stockt lediglich ihren Ritalin-Vorrat wieder auf. In der Schule hat sie Angst vor Valle. Dann fliegt auch noch die Sache mit dem Kondomhandel auf, und die Direktorin zitiert sie in ihr Büro. Audrey „rettet“ sie, indem sie einen Papierkorb in Brand steckt. Joanna spendet das gestohlene Geld. Valle lauert ihr auf, schlägt sie zusammen und bedroht sie und ihre Familie. Er will das Geld und das Gras. Aisha will das Kind behalten. Valle wird also Vater. Das wird nicht billig. Joanna überlegt, einen Schnell-Kredit aufzunehmen, doch die Zinsen sind Wucher. Wie soll sie nur aus diesem Schlamassel jemals wieder herauskommen?
Genial erzählt! Ein Buch voller Probleme und dennoch oft zum Schreien komisch!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Nichts wünsche ich mir mehr"

Leben ohne Haare: "Nichts wünsche ich mir mehr"!

Lena Hach
Nichts wünsche ich mir mehr
978-3-407-82191-1
Beltz Verlag
Alter: 14+

Wenn ihre besten Freundinnen Thea und Charlie und die anderen Mädchen in der Schule über schlaffe Locken, fettigen Ansatz oder Spliss jammern, möchte die sechzehnjährige Katha am liebsten laut schreien. Als ihr Bruder Henri die kahlen Stellen auf ihrem Kopf bemerkte und ihr sagte, sie würde eine Glatze bekommen, hielt sie es zunächst für einen schlechten Scherz, doch nach mehreren Arztbesuchen ist es amtlich: Katha hat Alopezie, auch bekannt als „kreisrunder Haarausfall“! Koffeinshampoo, Pillen, Cremes – nichts hilft. Katha versteckt ihren „Makel“, selbst vor ihren besten Freundinnen. Anfangs kann sie mit Haarbändern und Spangen die kahlen Stellen kaschieren. Sie verknallt sich in Jasper mit dem süßen Lockenkopf, doch welcher Junge will schon ein Mädchen ohne Haare? Als von ihrer Frisur fast nichts mehr übrig ist, rasiert Katha auch den Rest ab. Sie will nicht mehr zur Schule oder überhaupt aus dem Haus und sagt auch ihr erstes Date mit Jasper ab. Erst sagt sie ihm, sie sei krank, dann lügt sie ihm vor, sie wäre wieder mit ihrem Ex zusammen. Ihr Vater geht mit ihr eine Perücke kaufen, doch sie hat Angst, dass jemand ihre Polyester-Haare als solche erkennt, aber in der Schule fragen sie nur, ob sie bei einem neuen Friseur war. Leider fallen auch ihre Augenbrauen und Wimpern aus. Sie versucht es mit falschen Wimpern und Augenbrauenstift, doch das Ergebnis sieht aus, als wolle sie zum Karneval. Auch Achsel- und Schamhaare verabschieden sich, die Beine rasieren muss sie schon lange nicht mehr. Henris Freundin Tiffi stylt Kathas Perücke mit Fön-Frisur für eine Kostümparty. Endlich hat sie wieder Spaß, bis ihr bester Kumpel Elias sie bloßstellt. Es zeigt sich, dass Kathas Freundinnen auch schon länger von ihrem Problem wussten, aber sich nicht trauten, sie darauf anzusprechen. Jetzt reden sie endlich wieder offen miteinander. In einem Internet-Forum für Alopezie chattet Katha mit Rose und fragt sie, ob sie so jemals einen Freund finden wird. Diese Sorge bewegt auch Kathas Mutter. Rose kann sie beruhigen. Sie ist glücklich verheiratet, hat eine kleine Tochter und wechselt die Perücken wie andere die Socken. Heute ist sie eine schillernde Orchidee, früher war sie ein Mauerblümchen. Katha besucht Rose zusammen mit ihren Freundinnen. Jasper bittet sie erneut um ein Date und kreuzt dann allen Ernstes im Hotdog-Kostüm im Lokal auf, so dass alle ihn anstarren statt sie. Leider ruiniert er das perfekte Date, als er ihr am Ende ihr Tuch, ihre „Verkleidung“ vom Kopf ziehen will. Sie ist enttäuscht und wütend. Er weiß dass er Mist gebaut hat und entschuldigt sich. Katha blockt ab, doch er gibt nicht so leicht auf, und hat Erfolg. Die beiden kommen zusammen. Katha ist total glücklich mit Jasper. Trotzdem verletzt sie das dumme Gerede im Schul-Klo von den oberflächlichen Mädchen, die lästern und meinen, sie wären lieber tot als kahl und die behaupten, Jasper wäre nur aus Mitleid mit ihr zusammen. Doch Katha gibt Konter, wird mutiger und selbstbewusster. Ihre Sportlehrerin erzählt ihr, dass ihre Schwester auch Alozepie hat und nicht so mutig ist. Jasper verprügelt einen Jungen aus seinem Hockey-Team, als der ihn dumm anmacht und fragt, ob Katha auch „untenrum“ kahl sei. Katha entschließt sich dazu, eine experimentelle Reiztherapie zu beginnen. Die löst eine Allergie aus, die das Immunsystem ablenken soll, damit es nicht länger die Haarfollikel angreift, doch diese Therapie ist sehr schmerzhaft … .
Haare sind für Mädchen in Kathas Alters ein Statussymbol. Lang und seidig müssen sie sein, wie die Shampoo-Werbung es vorschreibt. Da fällt es schwer, anders zu sein.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 31. Mai 2017

"Diabolic – Vom Zorn geküsst"

Galaktische Dystopie: "Diabolic – Vom Zorn geküsst"!

S.J. Kincaid, übersetzt von Ulrich Thiele
Diabolic – Vom Zorn geküsst
978-3-401-60259-2
Arena Verlag
Alter: 14+

Sie sehen aus wie Menschen, aber sie haben keine Seele. Sie wurden erschaffen, um zu dienen, zu beschützen und zu töten. Sie sind stark, schnell und brutal. Man nennt diese Wesen Diabolics. Nemesis ist eine Diabolic. Sie wuchs im Käfig auf, bis sie auf Sidonia, die Tochter einer Matriarchin und eines Senators geprägt wurde. Um Sidonia zu schützen, würde Nemesis alles tun. Sidonia behandelt sie nicht wie ein seelenloses Ding, sondern wie eine Freundin, wenn nicht sogar wie eine Schwester. Viele Menschen sehen in den Diabolics eine Gefahr, und eines Tages werden sie vom Kaiser verboten. Sidonias Eltern täuschen Nemesis Tod vor. Der Kaiser des intergalaktischen Imperiums gibt nichts auf Wissenschaft und Forschung. Für ihn sind alle, die sich damit beschäftigen, Ketzer, die die wahre Religion in Frage stellen. Sidonias Vater stellt sich offen gegen den Kaiser und handelt sich damit große Probleme ein. Der Kaiser verlangt, dass Sidonia als Gast/Geisel an den kaiserlichen Hof kommt. Sidonias Mutter will das nicht zulassen. Sie will Nemesis an Sidonias Stelle schicken. Nemesis Äußeres wird modifiziert und sie lernt alles, was sie benötigt, um am Hof die zarte, schwache und unschuldige Sidonia verkörpern zu können. Sidonia ist entsetzt, als sie von dem Plan hört und lässt Nemesis nur widerwillig gehen. Am Hof lernt Nemesis den grausamen Kaiser und seinen geisteskranken Neffen Tyrus kennen. Der Kaiser hat seine eigenen Diabolics behalten, und Nemesis muss sich anstrengen, um ihnen nicht aufzufallen. Kaum auszudenken, was geschehen würde, sollten sie sie als eine der ihren erkennen. Die meisten Adligen am Hof sind „Sidonia“ nicht wohlgesonnen. Neveni, eine niedere Adlige, deren Mutter als Ketzerin gilt, sucht jedoch ihre Freundschaft. Eines Tages ruft der Kaiser alle zu einer großen Versammlung. Er hat alle aufsässigen Familien im Reich töten lassen und erklärt nun die jungen Geiseln zu deren Erben. Da Sidonia nun tot ist, gibt es für Nemesis nur noch eins: Rache! Sie will den Kaiser töten. Überraschenderweise steht Tyrus ihr dabei zur Seite, denn er will den Thron seines Onkels. Er ist nicht so irre, wie alle denken, sondern will eine bessere Zukunft für alle. Da er erkannt hat, was Nemesis in Wahrheit ist, kann sie ihm dabei von großem Nutzen sein, als seine persönliche Diabolic und als seine Ehefrau. Als die beiden offiziell als verliebtes Paar auftreten, kündigt Neveni Nemesis die Freundschaft, denn sie ahnt nichts von ihren wahren Absichten. Der Kaiser will Neveni hinrichten wegen einer Rebellion auf ihrer Welt, die sich vom Imperium abspalten will. Tyrus bietet seinem Onkel an, die Rebellion niederzuschlagen. Doch er verhandelt mit den Rebellen, statt sie mit einer Biowaffe zu eliminieren, wie der Kaiser es wollte. Der Kaiser ist nicht glücklich über dieses eigenmächtige Handeln. Ihm fällt auf, wie sehr sein Neffe sich verändert hat, doch der erklärt dies mit seiner Liebe zu „Sidonia“ und ihrem positiven Einfluss. Tyrus fährt damit fort, die Macht des Kaisers zu untergraben, sein verändertes Verhalten bringt ihm Sympathien und er kann seine Machtposition weiter ausbauen. Nemesis ist verwirrt, da sie tatsächlich Gefühle für Tyrus entwickelt. Tyrus Kuss bringt sie völlig aus der Fassung. Sie hat Angst vor diesen Gefühlen, die eine Diabolic überhaupt nicht besitzen sollte. Dann taucht, getarnt als Gouvernante, Sidonia am Hof auf, die das Massaker an ihrer Familie überlebt hat. Nemesis ist hin und her gerissen zwischen ihrer Treue zu Sidonia und ihrer Liebe zu Tyrus. Tyrus intrigante Großmutter schmiedet derweil ihre eigenen Pläne … .
Eine geniale Dystopie-Story voller überraschender Wendungen! Ich war völlig gefesselt!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Staubgeboren – Die Stadt der Vergänglichen"

Was wäre wenn: "Staubgeboren – Die Stadt der Vergänglichen"!

Fabio Geda und Marco Magnone, übersetzt von Christiane Burkhardt
Staubgeboren – Die Stadt der Vergänglichen
978-3-7641-7067-7
Ueberreuter Verlag
Alter: 12+

Westberlin im Jahr 1978: Vor etwa zwei Jahren hat ein Virus die gesamte erwachsene Bevölkerung ausgelöscht. Die Kinder und Jugendlichen haben sich in Gruppen zusammengetan, um zu überleben. Es gibt die Zoo-Gruppe, die Tegel-Gruppe, die Gropiusstadt-Gruppe, die Havel-Gruppe und die Reichstags-Gruppe. Die Vorräte in den Häusern und Supermärkten sind längst aufgebraucht oder verdorben, Strom gibt es schon lange nicht mehr. Es ist hart, genügend zu Essen zu finden, besonders im Winter. Eines Tages wird der zweijährige Theo aus der Havel-Gruppe von der radikalen Tegel-Gruppe entführt. Die Tegel-Gruppe verehrt den Tod, und Theo ist ein sogenanntes „Kind des Todes“, da sich seine Mutter während der Schwangerschaft mit dem Virus infizierte. Die Tegel-Gruppe „besitzt“ bereits ein solches Kind, die kleine Anneke. Nora aus der Havel-Gruppe, Theos Tante, macht sich mit ihren Freundinnen Christa und Britta auf den Weg, um die Gropiusstadt-Gruppe um Hilfe zu bitten. Deren Anführer Sven lehnt jedoch ab. Er hat bisher keine guten Erfahrungen mit der Tegel-Gruppe gemacht. Doch sein Freund Jakob will den Mädchen helfen und folgt ihnen. Dabei kommt er dummerweise dem fiesen Timo aus Reichstags-Gruppe in die Quere, und es kommt zu einer Prügelei, als Jakob zwei Zoo-Kindern zu Hilfe kommt, die von Timo bestohlen wurden. Jakob wird gefangen genommen. Im Reichstag gibt es unterdessen Grund zum Feiern. Im Parlamentssaal wurde das erste Kind nach der Katastrophe geboren, der kleine Abel, Sohn der Anführers Michael und seiner Freundin Lisbeth. Jakob wird von seinen Freunden Sven und Bernd befreit. Die Flucht verläuft nicht ohne Probleme, doch sie bekommen Hilfe von den Zoo-Kindern. Sven ändert seine Meinung, und gemeinsam mit den Havel-Mädchen Nora, Christa und Britta auf machen sich die drei Gropiusstadt-Jungs schließlich auf, um den kleinen Theo aus den Fängen der Tegel-Gruppe zu befreien. Theo ist in großer Gefahr, denn am Flughafen finden schon bald die Todesspiele statt. Gemeinsam gelingt es den Rettern, zu Theo zu gelangen, doch sie laufen in eine Falle. Jetzt sind sie alle Gefangene und unfreiwillige Teilnehmer der Todesspiele. Bei den Todesspielen handelt es sich um fünf lebensgefährliche Mutproben. Die Gefangenen müssen gegen die Tegel-Gruppe antreten. Gewinnen sie, sind sie und Theo frei und können gehen, aber wenn sie verlieren, müssen sie alle ihre Territorien an die Tegel-Gruppe abtreten. Ihnen bleibt keine andere Wahl als zu kämpfen. Christa gewinnt überraschend die erste Runde gegen Jörg von der Tegel-Gruppe. Es gelingt ihr, barfuß über glühende Kohlen zu laufen. Ihr Vater hatte ihr einmal erklärt, wie das geht, ganz ohne Magie, nur mit Wissenschaft. Dann muss Jakob gegen Wolfrun antreten. Wer als erster zwei von drei Ringen aus einem schlammigen Wasserbecken holt, gewinnt. Durch einen miesen Trick der gegnerischen Mannschaft verliert Jakob. Auch Nora unterliegt, als es darum geht, an einem Seil bis zum Kontrollturm zu klettern. Das ist nicht so leicht, wenn man dabei mit Steinen beschossen wird. Beinahe stürzt sie ab. Britta und Bernd jedoch haben Glück. Da Bernd Erfahrung mit Tieren hat, ist es ein Leichtes für ihn, ein Huhn einzufangen, was den Gegnern nicht gelingt, da sie nur hirnlos hinter dem Tier herjagen. Nun herrscht Gleichstand. Alles hängt jetzt von Sven ab, der in einem brutalen Rollschuh-Duell gegen Tegel-Anführerin Chloe antreten muss, und Sven geht es gesundheitlich gar nicht gut. Hat er eine Chance?
„Panem light“ in einem neuen, alten Westberlin! Coole Idee und recht spannend gemacht!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Concentr8"

Unter Kontrolle: "Concentr8"!

William Sutcliffe, übersetzt von Moritz Seibert und Katharina Kastner
Concentr8
978-3-499-21739-5
Rowohlt (Rotfuchs) Verlag
Alter: 13+

London in nicht allzu ferner Zukunft: Jugendliche mit ADHS erhalten das neue Medikament Concentr8. Dadurch werden genervte Lehrer und Eltern entlastet und gleichzeitig wird Unruhen und Krawallen durch die Störenfriede vorgebeugt. Längst kam die Frage auf, ob es hier noch um mentale Gesundheit oder um soziale Kontrolle geht. Concentr8 wirkt schneller und besser als Ritalin, und es ist günstig in der Produktion. Als es dennoch einmal zu einem Engpass kommt, sind die Auswirkungen verheerend. Es kommt zu Randale auf den Straßen, Prügeleien, Plünderungen … . Blaze und seine Freunde nehmen vor dem Rathaus einen Mann als Geisel und verschleppen ihn in ein Lagerhaus. Obwohl den anderen klar ist, was für einen Scheiß sie da bauen, folgen alle Blaze. Keiner wagt es, zu widersprechen. Troy frisst Blaze aus der Hand, ist ihm treu ergeben, Femi versucht halbherzig auszusteigen, erkennt dann aber, dass es für ihn gesünder ist zu bleiben, Lee ist einfach dumm wie Brot, und Karen ist irgendwie so etwas wie Blazes feste Freundin. Die Gruppe hebt mit der Karte der Geisel 200 Pfund ab und investiert diese in Alcopops und Knapperzeug. Sie machen die ganze Nacht Party, während die Geisel im Nebenraum an die Heizung gefesselt ist und Todesängste aussteht. Der Mann versucht, Troy auf seine Seite zu ziehen, doch der bleibt standhaft. Die Polizei umstellt das Gebäude und geht auf die Forderungen der jungen Geiselnehmer nach Concentr8 ein. Sind Concentr8 oder besser der Entzug von Concentr8 schuld an der ganzen Misere? Der Bürgermeister redet sich aus allem heraus, und selbst Professor Pyle, der Erfinder von Concentr8, äußerst sich in einem Interview mit einer Journalistin namens Amanda nur sehr wage über die Abhängigkeit und die möglichen Entzugserscheinungen bei Concentr8, verplappert sich aber doch noch, nachdem das Interview eigentlich schon vorbei ist und sie ihn geschickt in einen lockeren Plausch verwickelt. Der Bürgermeister ist darüber „not amused“. Die Geiselnahme dauert an, und Blaze droht, der Geisel Finger oder Zehen abzuschneiden. Die Medien berichten intensiv über das Geschehen, obwohl die Geisel ein „Niemand“ ist, und die Stimmung in der Gruppe der Geiselnehmer wird immer schlechter. Alle haben Angst vor Blaze und seinem unberechenbaren Verhalten. Nur Troy hält noch fest zu ihm, da Blaze immer sein Schutzengel war. Beide hatten eine miese Kindheit. Troy liest auf seinem Handy den Enthüllungsbericht der Journalistin Amanda und ihm wird klar, dass er und die anderen aus den falschen Gründen wütend waren. Er erkennt, dass er seit frühester Kindheit mit Drogen ruhiggestellt wurde und nun endlich aufgewacht ist. Das erkennt auch Blaze, der den gesamten Vorrat an Concentr8 verbrennt. Femi kann es nicht fassen, dass das hart erkämpfte Medikament, das er so dringend „braucht“, nun weg ist. Blaze schleicht sich ohne das Wissen der anderen aus dem Lagerhaus und trifft sich mit Amanda. Die hatte in seinem Viertel recherchiert und über seine Mutter Kontakt mit ihm aufgenommen. Blaze dreht beim Interview den Spieß um und löchert Amanda über Concentr8. Sie bemerkt, dass er nicht dumm ist und fragt, was er und die anderen wollen. Blaze will den Bürgermeister sprechen. Tatsächlich erscheint der wenig später beim Lagerhaus. Doch er denkt dabei nur an sein Image. Selbst seine Frisur ist ihm wichtiger als die Gesundheit der Geisel. Die Situation eskaliert … .
Von der Grundidee ist diese Dystopie sehr interessant, leider ist die Story trotz des ständigen (teils auch etwas nervigen) Perspektivenwechsels etwas zäh.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 24. Mai 2017

"Kicker im Kleid"

Dennis in der Zwickmühle: "Kicker im Kleid"!

David Walliams, übersetzt von Dorothee Haentjes-Holländer
Kicker im Kleid
978-3-499-21784-5
Rowohlt (Rotfuchs) Verlag
Alter: 10+

Der zwölfjährige Dennis lebt mit seinem Vater und seinem älteren Bruder John allein, seit seine Mutter die Familie verlassen hat. Seitdem gilt in dem Männerhaushalt die strenge Regel: kein Mädchenkram! Das bedeutet: nicht Jammern, nicht Heulen und keine Umarmungen, es sei denn, es geht um Fußball. Und Fußball lieben alle drei. Dennis ist der Torschützenkönig seiner Schule, John spielt auch nicht übel, und der Vater ist aufgrund seiner Masse ein prima Torwart. Seit die Mutter aus dem Haus ist, hat der, ohnehin schon übergewichtige, Fernfahrer noch etliche Pfunde zugelegt. Außer Fußball hat Dennis noch eine andere Leidenschaft: Mode. Heimlich kauft er sich die „Vogue“. Als sein Vater sie unter der Matratze entdeckt, landet sie im Müll. John meint, solche Zeitschriften lesen nur Mädchen und Schwuchteln. Eines Tages muss Dennis nachsitzen, weil er einen Ball ins Fenster des Schuldirektor-Büros geschossen hat. Dabei lernt er Lisa kennen, die die ganze Zeit Mode-Skizzen zeichnet. Die beiden freunden sich an. Dennis besucht Lisa nun oft, denn sie hat einen ganzen Stapel Vogue-Hefte, sogar welche aus Italien, eine Nähmaschine und einen Schrank voller wunderbarer Kleider. Zum Spaß probiert er welche davon an und lässt sich von Lisa schminken. Lisa überredet ihn, im orangefarbenen Pailletten-Kleid, mit Stöckelschuhen und Perücke auf die Straße zu gehen. Sie stellt ihn dem Kiosk-Besitzer Raj, der Dennis gut kennt, als Austauschschülerin Denise aus Frankreich vor. Raj fällt darauf rein. Lisa und Dennis lachen sich kaputt. Nun soll Dennis auch in der Schule für einen Tag die Rolle der Denise spielen. Das wird sicher ein Riesenspaß, meint sie. Am Anfang ist es das auch. Nicht einmal Dennis bester Kumpel erkennt ihn. Dennis amüsiert sich köstlich, bis zur Doppelstunde Französisch. Obgleich er bisher erfolgreich die Französin gespielt hat, reichen seine Sprachkenntnisse bei weitem nicht aus, um Französischlehrerin Miss Windsor zu täuschen. Ihm bleibt nur eine Wahl. Er behauptet, ihre Aussprache wäre derart miserabel, dass er kein Wort verstünde. Miss Windsor ist am Boden zerstört und bricht in Tränen aus. Sie tut Dennis leid. In der Pause spielen die anderen auf dem Hof Fußball. Da juckt es Dennis richtig in den Füßen. Als der Ball in seiner Nähe landet, kann er einfach nicht anders. Er nimmt Anlauf und kickt. Der Ball fliegt los, der Stöckelschuh hinterher, und Dennis haut es die Perücke vom Kopf. Alle lachen. Nur der Direktor lacht nicht. Er ist fuchsteufelswild. Dennis wird von der Schule geworfen, wegen eines groben Verstoßes gegen die Kleiderordnung. Schon wenn der Rock der Schuluniform zu kurz ist (wie bei Lisa), gibt es Nachsitzen. Außerdem verbietet der Direktor für alle Zeit das Ballspielen auf dem Hof. Was Dennis jedoch am meisten mitnimmt, ist dass er nun nicht beim Finale spielen darf. Nur durch seine Tore hat es die Schule ins Viertel- und ins Halbfinale geschafft. Ohne ihn haben sie keine Chance. Doch sein Flehen stößt beim Direktor auf taube Ohren. Dennis will sich das große Fußballspiel wenigstens ansehen und seine Kameraden anfeuern. Leider läuft es gar nicht gut. Seine Mannschaft liegt weit zurück, und die Gegner spielen nicht fair. In der Halbzeitpause hat Lisa eine Idee. Die gegnerische Mannschaft und die Zuschauer staunen nicht schlecht, als das Team mit Dennis aufs Spielfeld zurückkehrt. Alle tragen Kleider! Der Direktor kann schließlich nicht das ganze Team von der Schule werfen. Werden sie nun doch noch den Sieg davontragen? Und was sagt Dennis Vater zu dem Auftritt seines Sohnes?
David Walliams, Autor der „Gansta Oma“, schreibt echt genial! Ich hab mich schief gelacht!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Die Brüllbande"

Die coolste Band aller Zeiten: "Die Brüllbande"!

Jörg Isermeyer
Die Brüllbande
978-3-407-82212-3
Beltz Verlag
Alter: 8+

Das coole Spielzeug-Raumschiff im Schaufenster hat es Bastian angetan. Leider reicht sein Taschengeld nicht mal annähernd dafür. Seine sturen Eltern wollen einfach nicht mehr rausrücken. Zum Zeitung austragen oder Babysitten ist er zu jung. Eine Bank überfallen oder seine nervige, kleine Schwester verkaufen geht auch nicht. Also versucht er es mit Einkaufen für die alte Nachbarin Frau Brommelbacher, doch da er noch nie zuvor allein eingekauft hat, wird das ein Desaster. Tomaten und Eier landen ganz unten in der Tüte, alles ist Matsch, und seinen Lohn kann er sich abschminken. Ein Straßenmusiker bringt ihn auf eine Idee. Er wird eine Band gründen und reich werden. Dumm nur, dass er kein Instrument spielt und auch seine Freunde alle unmusikalisch sind. Die erste Gesangsprobe mit Tammo, Claudia und Yüksel auf dem Schulhof treibt alle anderen Schüler in die Flucht. Die Band ist eine Katastrophe! Doch nicht nur Bastian hat Sorgen. Sein Vater hat Probleme im Job. Sein Windkraftanlagen-Projekt, in das er viel Zeit und Energie gesteckt hat, wird verworfen. Er bekommt Depressionen und liegt nur noch auf dem Sofa. Bastians Mutter meint, er sei krank. Bastian und seine kleine Schwester Sophie verstehen die Krankheit ihres Vaters nicht. Wenn sie kein Fieber haben, müssen sie immer zur Schule oder in den Kindergarten. Warum darf ihr Vater einfach zuhause bleiben? Bastians Mutter findet es nicht gut, wenn Bastian und sein Freunde im Haus proben, solange es dem Vater nicht gut geht. Bastian lügt ihr etwas von einem Schulprojekt vor und sagt ihr außerdem, dass Straßenmusiker David, den er als Manager für die Band engagiert hat, Claudias Onkel sei. David plant, mit den Kindern eine tolle Show auf die Beine zu stellen, und sie basteln sich Instrumente aus Kartons, Holzresten und Blechbüchsen. Von Frau Brommelbacher, die früher viel gemalt hat, schnorren sie sich Farbe, und die Instrumente werden richtig cool. Nur über den Musikstil können sie sich zunächst nicht einig werden. Schließlich entscheiden sie sich für ein paar Songs von den Beatles. Zu den bekannten Melodien wollen sie sich eigene Texte ausdenken. Bastian sorgt sich immer mehr um seinen Vater, nachdem er zufällig einen Arbeitskollegen von ihm getroffen hat. Obwohl er versprochen hat, wieder zur Arbeit zu gehen, hat sein Vater heimlich geschwänzt und noch dazu seine Familie belogen. Bastians Mutter erklärt ihm, was Depressionen sind, und plötzlich ist das Raumschiff für Bastian gar nicht mehr so wichtig. Sein Vater geht vor! Er muss es irgendwie schaffen, dass es ihm wieder besser geht. Vor lauter Grübeln wird Bastian selber ganz trübsinnig, sagt die Bandprobe ab, geht seinen Freunden aus dem Weg und würde die Band am liebsten gleich auflösen. Mit David mag er auch nicht reden. Seine Mutter hat sowieso gesagt, er soll es nicht überall herumerzählen. Bastians Freunde merken jedoch, dass ihn etwas bedrückt und wollen helfen. Als sie dann plötzlich unangemeldet vor der Tür stehen, erzählt Bastian ihnen alles. Die Bandprobe findet nun doch noch statt, und Bastian gelingt es, seinen Vater zum Lachen zu bringen, wenn auch nur kurz. Zum ersten offiziellen Auftritt muss sein Vater natürlich dann auch mit. Die Band tritt in schrillen Kostümen auf, das Publikum tobt, und zum Schluss zerschmettern sie wie echte Rockstars ihre Instrumente. Die „Brüllbande“ ist geboren! Doch wird jetzt aus Bastians Vater und seinen Depressionen? Da hat David eine Idee und steht kurz darauf vor Bastians Tür – mit Frau Brommelbacher im Schlepptau… .
Achtung, jetzt wird’s laut! Eine tolle, witzige Geschichte mit unerwartet viel Tiefgang!
Viel Spaß beim Lesen!!!
 

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"Hilfe! Meine Lehrerin ist ein Alien"

Mein Bruder ist ein Superheld, aber ich muss die Welt retten: "Hilfe! Meine Lehrerin ist ein Alien"!

David Solomons, übersetzt von Ebi Naumann 

Hilfe! Meine Lehrerin ist ein Alien 
978-3-8489-2090-7 
Aladin Verlag 
Alter: 10+

Schon blöd, wenn man keine Superkräfte hat. Lukes Bruder Zack ist Star Typ, ein cooler, fliegender Superheld, und seine beste Freundin Lara kann als Flattergirl (Klein-)Tiere kontrollieren. Luke und sein Kumpel Serge würden sich, ihre Ideen und ihr Engagement gern dem Club der Helden, von Luke S.C.H.A.L. genannt, zur Verfügung stellen, doch ihre Dienste sind nicht erwünscht. Es ist genau wie in der Schule, wo sie im Sport keine Mannschaft haben will. Luke hat den Verdacht, dass seine Sportlehrerin Miss Gram eine Superschurkin ist, doch niemand nimmt ihn ernst. Auch als er eine Idee hat, was es wirklich mit den drei abstürzenden Jets auf sich hatte, die Zack in letzter Sekunde retten konnte, hört ihm niemand zu. Nur mit seinem neuerdings arbeitslosen Vater kann Luke reden. Seit dem Meteoriten in Band 1, dessen Bruchstücke eine Menge Schäden anrichteten, muss die Versicherungsgesellschaft, bei der er arbeitete, sparen. Die beiden spielen ein neues Spiel auf der Xbox, das in Lukes Heimatstadt spielt und in dem viele vertraute Personen verkommen. In diesem Spiel, „Irdische Schwachmaten“ muss der Spieler gegen Star Typ und Flattergirl antreten. Luke ist besessen davon, seinen ach-so-tollen Bruder zu besiegen, auch wenn es nur in einem Computerspiel ist. Als seine Eltern die Xbox bei eBay verkaufen, nimmt Luke einen Job im Comicladen an, um dort weiter zu spielen. Im Comicladen trifft Luke auf Christopher Talbot, den besiegten Schurken aus Band 1, der so tut, als sei er plötzlich die Harmlosigkeit in Person bzw. ein missverstandener Held. Als es Luke tatsächlich gelingt, das Spiel zu gewinnen, geschieht etwas Unglaubliches. Es wird von Außerirdischen auf ihr Schiff gebeamt. Sie haben das Spiel auf die Erde gebracht, um herauszufinden, wie man Star Typ besiegen kann, und Luke hat es ihnen dummerweise gezeigt. Alle Aliens sehen genau aus wie Miss Gram. Sie planen eine Invasion der Erde als Teil einer intergalaktischen Realilty-Show, denn ihr Volk ist süchtig nach Unterhaltung. Sie schicken einen Cyborg zur Erde, der genau wie Zacks Schwarm Cara aussieht und ihn mit einem explosiven Kuss ausschalten soll. Die echte Cara wird von den Aliens gefangen gehalten. Luke schafft es, aus dem Raumschiff zu entkommen und zurück zur Erde zu beamen. Er tut alles, um seinen Bruder zu warnen, doch der hört ihm gar nicht zu. Lara glaubt ihm auch nicht, nicht einmal Serge ist auf seiner Seite. Der einzige, der ein offenes Ohr für ihn hat, ist ausgerechnet Ex-Superschurke Talbot. Notgedrungen verbündet sich Luke mit ihm. Sie müssen unbedingt vermeiden, dass Zack den Cara-Borg küsst. Leider bleiben die Aliens nicht untätig. Mit einer Fernbedienung nehmen sie Luke die Stimme, so dass er Zack nicht sagen kann, was Sache ist. So kommt es zu dem verhängnisvollen Kuss. Zack explodiert zwar nicht, aber er wird mit einem schleimigen, außerirdischen Virus infiziert. Genau das haben die Aliens bezweckt. Wer mit Grippe im Bett liegt, kann nicht die Welt retten. Doch wer soll die Aliens dann stoppen? Luke ist klar, dass er die Invasion niemals aufhalten kann, aber vielleicht die Fernsehübertragung? Wenn die Aliens nicht senden können, ist die Invasion für sie nicht mehr länger sinnvoll. Plötzlich wird Luke klar, dass es auch Superhelden ohne Superkräfte geben kann. Gemeinsam mit Serge schmiedet er einen Plan, und es gelingt ihnen, auch Lara mit an Bord zu holen. Sie wollen einen Maulwurf bei den Aliens einschleusen. Auch Talbot mischt bei dem Plan mit, aber können sie ihm trauen? 

Ein neues, spannendes, intergalaktisches Abenteuer für alle Superhelden-Fans! 
Viel Spaß beim Lesen!!! 

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