Mittwoch, 30. April 2014

"Half Bad - Das Dunkle in mir"

Schwarz oder Weiß?: "Half Bad - Das Dunkle in mir"!

Sally Green, übersetzt von Michaela Link
Half Bad – Das Dunkle in mir
978-3-570-15842-5
cbj Verlag
Alter: 14+

Nathans Mutter ist eine Weiße Hexe, sein Vater Marcus jedoch ist ein Schwarzer Hexer. Nach dem Tod seiner Mutter lebt Nathan bei seiner Oma und seinen drei Halb-Geschwistern Jessica, Deborah und Arran. Jessica behandelt ihn wie Dreck und ist mehr als nur fies zu ihm. Ihre Gabe ist es, sich in andere Personen zu verwandeln und später ergreift sie den „Beruf“ der Jägerin. Nathan sieht aus wie sein Vater. Er hat dieselben schwarzen Augen und fragt sich, was ihm sein Vater noch alles vererbt hat. Wie er kann er an den Augen Hexen und Fains (auch bekannt als: Menschen, Normalos, „Muggel“ …) unterscheiden. Die Hexen leben unerkannt unter den Menschen und haben ihre eigenen Gesetze und Regeln. Zum 17. Geburtstag benötigt jede(r) Hexe(r) 3 Geschenke und das Blut eines Vorfahren, um seine Gabe zu erkennen und um zu überleben. Es gibt einen Rat der Weißen Hexen, sozusagen die Regierung, und dieser Rat schikaniert Nathan. Aufgrund seiner problematischen Abstammung muss er regelmäßig zur Beurteilung dorthin. Noch ist er nicht codifiziert. Er redet nie über seinen Vater, da seine Oma das für zu gefährlich hält, ist jedoch neugierig auf ihn. Kontakte zu anderen Weißen als seiner Familie sind ihm verboten. Ständig wird er verfolgt und überwacht. In der Schule hat er große Probleme. Er kann nicht lesen und die Geräusche, die von Handys und anderen technischen Geräten erzeugt werden, quälen ihn. In seiner Klasse ist die Weiße Hexe Annalise, in die er sich verliebt. Daraufhin wird er von ihrem Bruder Kieran überfallen und gefoltert. Es bleiben Narben auf seinem Rücken, ein S und ein W, für „Schwarz“ und „Weiß“. Nathan heilt sich selbst und bemerkt, dass er das erstaunlich gut kann. Bei Nacht und speziell bei Vollmond wird seine Gabe noch stärker. Drinnen zu schlafen wird für ihn zur Qual, was ein deutliches Merkmal der Schwarzen Hexer ist. Ohne Zustimmung des Rates darf Nathan bald nichts mehr tun und nirgends hingehen. Seine regelmäßigen Reisen nach Wales werden untersagt. Heimlich besucht er die Geburtstagsparty der 90jährigen Hexe Mary, die ihm rät, die Schwarze Hexe Mercury aufzusuchen. Doch der Rat kidnappt ihn und er wird von Celia die nächsten Jahre in einer Art Käfig gehalten. Er wird gedrillt, gefoltert, gequält, läuft am See, macht Liegestütze, absolviert Trainingskämpfe. Der Rat will ihn als Waffe gegen seinen Vater einsetzen. Gemeinsam mit dem Messer Fairborn könnte Nathan Marcus vernichten. Fluchtversuche scheitern und werden mit dem „Säure-Armband“ bestraft. Bei seiner endgültigen Codifizierung bekommt er Tattoos auf die Knochen, die dann an Finger, Hals und Hand zu sehen sind und sich nie mehr entfernen lassen. Endlich gelingt ihm die Flucht und er sucht Bob, der ihn zu Mercury bringen kann, die von allen Hexen Blut hortet für die Zeremonie. Die Zeit drängt, denn Nathan wird bald 17. In einer verzauberten Gasse, die unsichtbar für Fains ist, trifft er Bob und das Halbblut Ellen, die sich Nikita nennt. Nathan nennt sich Iwan nach „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ von Solschenizyn. Das hat ihm Celia immer vorgelesen. Der Käfig war sein ganz persönliches sibirischer Lager. Verfolgt von Jägern folgt er Hinweisen, um Mercury zu finden und trifft in Genf auf Gabriel, der ihn endlich zu Mercury und ihrer Assistentin Rose führt. Rose ist eine „Scheiße Hexe“, zwar Weiß, aber böse und Gabriel ist ein schwarzer Hexer, der nach einem Unfall in einem Fain-Körper gefangen ist. Gabriel verknallt sich in Nathan. Nathan erfährt, dass Mercurys Schwester Mercy Marcus Großmutter war und er sie getötet hat. Mercury verlangt eine Gegenleistung für die 3 Geschenke. Nathan soll den Fainborn stehlen. Um ihn zu „motivieren“ entführt sie Annalise.
Magisch, düster, spannend! Nicht nur Fans von Harry Potter und Co. werden an diesem Buch ihre Freude haben! Das Thema „Gut und Böse“ ist ja nicht neu, aber hier kommt das richtig gut rüber, vor allem in Nathans innerem Konflikt. Und ist „Weiß“ immer Gut? Man sehe sich nur mal die Methoden der Weißen Hexen an und wie sie Nathan behandeln. Ich fand das Buch einfach genial und konnte es nicht mehr zur Seite legen. Ich hungere jetzt schon nach der Fortsetzung.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Sieh mich an"

Schönheit ist (nicht) alles?: "Sieh mich an"!

Natasha Friend, übersetzt von Anja Malich
Sieh mich an
978-3-551-31266-2
Carlsen Taschenbuch Verlag
Alter: 14+

Lexi/Alexa war schon immer schön, schon als Kind wird sie von allen bewundert. Ihre Mutter ist stolz auf ihre Schönheit, sähe es gerne, wenn ihre Tochter modeln würde und hält sie immerzu vom Essen ab. Lexis ältere Schwester Ruthie ist das genaue Gegenteil von Lexi. Ihr scheint ihr Äußeres egal. Sie trägt unmögliche Klamotten, spielt Posaune und ist überhaupt uncool, während Lexi und ihre Freundin Taylor in der der Schule den Ton angeben. Niemand ist so cool und beliebt wie sie. Andere, wie die dicke Heidi, gehören lediglich zum Gefolge. Taylor ist lebenslustig, einfach immer gut drauf und außerdem stinkreich. Lexi ist glücklich verliebt in ihren Freund Ryan. Sie sind schon eine Weile zusammen, aber mehr als Fummeln durch die Klamotten war zwischen den beiden noch nicht. Lexis perfektes Leben liegt nach einem Unfall in Trümmern. Sie war auf einer Party und musste mitansehen, wie ihre beste Freundin Taylor im Schlafzimmer ihrer Eltern Ryan einen bläst. Fluchtartig verließ sie die Party und ließ sich von Taylors Bruder Jarrod nachhause fahren. Jarrod macht sie auf der Fahrt an und kann seine Hände nicht bei sich lassen, so dass er gegen einen Baum fährt und Lexi mit dem Gesicht zuerst durch die Windschutzscheibe kracht. Sie erwacht im Krankenhaus, ihre verzweifelte Mutter an ihrem Bett. Später erhält sie auch Besuch von Freunden und ihre Eltern wundern sich, dass Taylor und Ryan nicht auftauchen. Lexi verschweigt die Wahrheit. Sie hat Schmerzen und traut sich nicht, in den Spiegel zu sehen. Nach einer Hauttransplantation hat sie ein Stück von ihrem Po auf der Wange. Ein „Arschgesicht", na toll! Nach einem Gespräch mit einer Psychologin darf sie nachhause, doch zur Schule will sie noch nicht, obwohl sie sich schrecklich langweilt. Sämtliche Versöhnungsversuche von Taylor und Ryan blockt sie ab, beantwortet keine ihrer Nachrichten. Ihre Mutter will unbedingt neue Schulkleidung für sie kaufen, doch sie hasst den Stil ihrer Mutter. Sie trägt zuhause nur noch ihren Schlafanzug. Außerdem hat sie aus lauter Frust so viel gefuttert, dass sie nicht mehr in XS passt und die Hosen ihrer Schwester tragen muss, als sie dann doch wieder zur Schule geht. Alle starren sie an. Nur ihre Freundinnen Rae und Kendall scheinen zur ihr zu halten, doch sie meinen es nicht ehrlich. Das erfährt Lexi, als sie bei einem Telefonat in einem Restaurant versehentlich auf laut, statt auf stumm schalten. Lexi kann also am anderen Ende genau hören, was sie über sie reden. Sie bestellt sich einen Haufen Kapuzenpullis und weitere Jeans und ihr fällt auf, je unsichtbarer sie wird, desto mehr brezelt ihre Schwester sich auf einmal auf. Ist die etwa verliebt? Sie merkt, dass sie ihre Schwester und deren Gefühle nicht wirklich kennt. Sie dachte immer nur, Ruthie sei neidisch auf sie und hielte sie für oberflächlich. Aber stimmt das überhaupt? Zum jährlichen Halloween-Ball will Lexi eigentlich gar nicht hin, doch dann geht sie doch, im Catwoman-Kostum, maskiert, unerkannt. Sie will sich an Taylor rächen und deren Schwarm Ron verführen, kneift dann aber. Statt Taylor zu bestrafen, rettet sie sie, als sie total betrunken und nackt auf einer Matte in der Sporthalle liegt, umgeben von Jungs, die sie mit ihren Handys filmen und die Bilder online stellen. Mit Hilfe von Theo, den sie kennenlernte, als sie ohne Vorwarnung in die Dunkelkammer platze, um sich zu verstecken, während er gerade am Entwickeln war und ihrer Schwester Ruthie, bringt sie Taylor nachhause. Taylor ist halb bewusstlos und muss sich im Auto übergeben, doch später erinnert sie sich an nichts. Mit ihrem strengen Vater gibt es heftigen Ärger und sie bekommt Hausarrest. Sie denkt, Lexi hätte sie aus Rache an ihren Vater ausgeliefert und verdächtigt sie sogar wegen der Fotos, die im Internet auftauchen. Lexi ist traurig und enttäuscht. Sie verbringt immer mehr Zeit mit Theo, dessen Vater ein Boxstudio hat. Ganz schon praktisch, wenn man wie Lexi so frustriert ist, dass man nur noch irgendwo draufhauen will. Irgendwann trainiert sie regelmäßig, ihrer Mutter erzählt sie allerdings was von Tanzstunden. Auch Theo hat es nicht leicht, Seine Schwester starb an Magersucht. Sie verliebt sich in ihn. Außerdem freundet sie sich mit „Anhängsel“ Heidi und kittet ihre Beziehung zu Taylor, mit der sie immerhin schon seit dem Kindergarten befreundet ist. Taylor erzählt ihr, dass sie Ryan mit ihrer oralen Dienstleistung nur bei der Aufnahme ins Football-Team helfen wollte. Auch mit ihren Eltern und Ruthie spricht sie sich aus. Sie nimmt ihr Leben wieder in die Hand und boxt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch. Alle kommen, um sie beim Wettkampf im Boxring zu sehen und sie erkennt, dass ihr Leben alles andere als ein Scherbenhaufen ist.
Die Heldin der Geschichte schafft es, sich nach einem Schicksalsschlag wieder aufzurappeln und verändert sich dabei sogar auf sehr positive Weise. Die Lexi vom Anfang war mir nicht so sympathisch, eben die typische zickige Beauty-Queen. Später mochte ich sie dann richtig gern. Schön finde ich, dass einen die Geschichte nicht mit einem flachen „die inneren Werte zählen, das Äußere ist unwichtig“ abspeist, sondern den Konflikt von Lexi und ihren Mitmenschen in allen Schattierungen zeigt.
Viel Spaß beim Lesen!!!


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"Violetta Winzig - Ein fischstäbchengroßes Abenteuer"

Kleine Heldin- ganz groß: "Violetta Winzig - Ein fischstäbchengroßes Abenteuer"!

Lou Kuenzler, übersetzt von Petra Koob-Pawis
Violetta Winzig – Ein fischstäbchengroßes Abenteuer
978-3-401-06905-0
Arena Verlag
Alter: 8+

Endlich ist die kleine Violetta Potts groß genug für eine Fahrt mit der Silberblitz-Achterbahn. Davon träumt sie schon seit Ewigkeiten und jetzt, mit 1,40m, steht diesem Traum nichts mehr im Weg. Zusammen mit ihren Eltern und ihrer älteren, pickligen und nervenden Schwester Tiffany fährt Violetta in den Vergnügungspark. Vor lauter Aufregung hält sie es in der Warteschlange kaum noch aus. Dann passiert das Unglaubliche. Violetta schrumpft! Auf einmal ist sie nur noch so groß wie ein Fischstäbchen. Ihre Familie sucht verzweifelt nach ihr. Alle glauben, sie sei weggelaufen. Wie können sie auch ahnen, dass sie beinahe in Papas Limo ertrunken und dann in einem gigantischen Mülleimer gelandet ist. Als sie dann wieder groß ist, bekommt sie großen Ärger und natürlich glaubt ihr niemand ihre Geschichte. Später besuchen sie alle die Oma im Altersheim "Abendrot". Die arme Oma wird verdächtigt, eine Diebin zu sein, da man in ihrem Zimmer gestohlenen Schmuck fand. Für Violetta ist jedoch ein ganz anderer verdächtig: Riley Paterson, der gemeinste Kerl der Klasse, dessen Oma auch hier lebt und der sich höchst suspekt verhält. Violetta stellt sich vor, wie einfach es wäre, in geschrumpftem Zustand zu ermitteln und ihre Oma deutet an, dass auch sie als Kind diese seltsame Gabe hatte. Doch wie schrumpft man auf Kommando? Durch ein Missverständnis glaubt Violetta, es hätte etwas mit Haferflocken zu tun, denn die hat sie am Morgen von dem Ausflug in den Vergnügungspark gegessen. Leider schmecken die wie Hamsterfutter. Als es Violetta endlich gelingt zu schrumpfen, läuft erst mal leider gar nichts nach Plan. Sie landet im Käfig von Hannibal, dem Hamster, und trägt außerdem noch Pyjama und Bademantel. Schließlich gelingt es ihr, aus dem Käfig zu entkommen und mit Hannibal in Mams Handtasche zu springen. So fahren sie als blinde Passagiere mit zur Oma. Im Altersheim hat es noch mehr Diebstähle gegeben und Violettas Oma ist ganz verzweifelt. Niemand glaubt ihr, dass sie unschuldig ist. Auch die Zwillinge Cora und Dora, sowie Rileys Oma vermissen Schmuck. Violetta observiert Riley, doch der klaut nur Karamell-Schokolade aus der Nachttischschublade seiner Oma. Als Violetta plötzlich wieder groß wird, gerät sie in arge Erklärungsnot. Wie soll sie Riley nur erklären, was sie im Pyjama im Bett seiner Oma macht? Als dann noch ihre Mutter auftaucht, gibt es richtig Ärger. Natürlich glaubt die ihr die Wahrheit wieder nicht und nennt sie eine Lügnerin. Auch Hannibal in ihrer Handtasche kann sie nicht überzeugen. Der haut dann ab und Violetta hinterher. Wenn sie doch nur schrumpfen könnte. Ihre Oma verrät ihr einen Trick, der nichts mit Haferflocken zu tun hat und endlich klappt es. Violetta ist dem wahren Dieb auf der Spur, dem Kosmetiker Barry Bling. Solange die alten Damen blind durch Gurkenmasken und taub durch Trockenhauben sind, geht er auf Diebestour. Die Beute kebt er mit Gebisskleber Fixogum an die Innenseite seiner Perücke. Um von sich abzulenken, plaziert er wertlose Stücke im Zimmer von Violattas Oma. Violetta ist entsetzt. Diesem Schurken muss das Handwerk gelegt werden. Aber wie soll sie das anstellen, solange sie fischstäbchengroß ist? Bekommt der Gauner seine gerechte Strafe? Wo steckt eigentlich Hannibal inzwischen? Und wird Violetta endlich einmal mit dem Silberblitz fahren können?
Ein herrlich witziges und super spannendes Abenteuer mit einer kleinen, großen Heldin! Was könnte man nicht alles Tolles erleben, wenn man schrumpfen könnte. Manchmal wäre es aber wohl auch ganz schön gefährlich. Ich hoffe, Violetta bekommt ihre Gabe in den Griff und wir erleben noch mehr fischstäbchengroße Abenteuer mit ihr.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 23. April 2014

"Vulkanjäger"

Durch Glut und Asche: "Vulkanjäger"!

Katja Brandis
Vulkanjäger
978-3-407-81159-2
Beltz Verlag
Alter: 13+

Das Jahr 2020: Der sechzehnjährige Jan darf in den Ferien mit seinem Vater André, einem Vulkanforscher, auf Tour gehen und ihm helfen, eine neue Doku über Vulkane zu drehen. Seine Mutter ist nicht sehr erfreut, stimmt aber zu, da sie selbst in den Ferien beruflich verreisen muss. Da seine Eltern getrennt leben, kennt Jan seinen Vater kaum und hat ihn bisher nur selten gesehen. Die Reise beginnt mit einem Zwischenstopp in Neapel, wo sie den Kameramann Fred auflesen wollen. Jan verliebt sich in die schöne Giulia, die in einem Touristenladen arbeitet. Ständig kauft er dort irgendwas, nur um sie zu sehen. Irgendwann kommen sie ins Gespräch. Giulia möchte später Archäologin werden, während Jan es nicht so mit toten Dingen hat und lieber was in Richtung Biologie machen will. Die beiden verbringen eine kurze aber schöne Zeit miteinander und bleiben auch danach online in Kontakt. Weiter geht es nach Hawaii, wo Jan Aolani, die Freundin seines Vaters kennenlernt. Sie filmen die Lavaströme und gehen richtig nah dran. Jan bemerkt, dass sein Vater kein Risiko scheut. Trotz aller Gefahr ist Jan stolz darauf, der „Kameraassistent“ zu sein. Schon irre, dass man über Lava einfach drüber laufen kann (da wird Jan klar, warum er 3 Paar Wanderschuhe einpacken sollte) und dass man mit Asbesthandschuhen sogar Lava kneten kann. Die Touristen, die das sehen, beschweren sich über solch gefährliche Experimente, doch Jans Vater bleibt cool. Von diesen Erlebnissen erzählt Jan seiner Mutter in seinen Mails lieber nicht, nur Giulia berichtet er davon. Als sie einen Hubschrauber-Flug über einen Krater machen, um die Lavafontänen zu filmen, setzt André Jan und Aolani zur Sicherheit vorher ab, denn er will noch näher dran. Leider merkt er nicht, dass er die beiden auf Muschelschalen-Lava zurückgelassen hat, was sehr gefährlich ist, da man jederzeit einbrechen kann. Zum Glück geht es noch mal gut. Jan findet, dass sein Vater unnötig große Risiken eingeht. Er ist von seiner Arbeit total besessen und hält sich anscheinend für unverwundbar. Inspiriert von der Arbeit mit den Vulkanen hat Jan eine Idee. Er entwickelt eine Website, wo Leute ungewöhnliches Verhalten von Tieren melden können, als Frühwarnsystem für Erdbeben und Vulkanausbrüche. Sein Freund Noah hilft ihm online dabei. Leider ist sein Vater davon ziemlich unbeeindruckt, was Jan enttäuscht. Sie reisen weiter nach Indonesien, um die Schwefelsklaven von Kawah Ijen zu filmen. Die Männer schleppen dort den Schwefel, den sie im Krater abbauen, für einen Hungerlohn über die Berge. Aus Mitleid verschenkt Jan seine Gasmaske an einen der Arbeiter, was seinen Vater gar nicht erfreut. André will unbedingt zum Stratovulkan Merapi. Fred drängt Jan unterdessen, heimzufliegen, da er dessen Vater und sein selbstmörderisches Verhalten nur zu gut kennt, doch Jan bleibt. Sie landen in Yogyakarta und komme bei Nadin, einem Freund von André, der ebenfalls Vulkanologe ist, unter. In Nadins Fotoalbum sieht Jan ein Foto von seiner Mutter als sie schwanger war. Sie behauptet jedoch, nie hier gewesen zu sein. Außerdem stimmt das Datum auf dem Bild nicht mit Jans Geburtsjahr überein. Hat er Geschwister? Ein Rätsel! Sein Vater will immer mehr Aufnahmen vom Vulkan und nur in allerletzter Sekunde können sie mit dem Jeep den pyroklastischen Strömen entkommen. Jan ist wütend, weil sein Vater nicht auf ihn und Fred gehört hat. André fliegt voraus auf die Philippinen und Jan soll erst später nachkommen, doch dann erfährt er, dass sein Vater einen Unfall hatte. Er kam einem Lahar in die Quere (Erklärung der Fachbegriffe findet Ihr im Anhang des Buches). Der besorgte Jan reist ihm hinterher und besucht ihn im Krankenhaus. Er überredet ihn, keine Risiken mehr einzugehen und sich bei dem Projekt „Menschen und Vulkane“ jetzt mehr auf die Menschen, die in der Nähe von Vulkanen leben, zu konzentrieren. André sagt zu und sie fliegen wieder nach Neapel wo es ein Wiedersehen mit Giulia gibt. Jan und Giulia besuchen Pompeji und verschiedene Museen. Doch sie werden von einem Moped verfolgt. Es ist Giulias Ex, der Jan bedroht. Sie geht auf Abstand, ist alles etwas schwierig für sie, auch weil sie aus einer streng katholischen Familie stammt. Jan und André bekommen Besuch von Aolani. Sie besuchen das Observatorium, doch hier ist was faul. Sie werden vom Stellvertreter des Leiters regelrecht abgewimmelt. Steht ein Ausbruch des Vesuvs bevor? Alle Anzeichen sprechen dafür. Die Evakuierungspläne sind völlig unzureichend. Jan muss Giulia warnen, doch ihre Familie will nicht gehen und damit auf ein wichtiges Familienfest verzichten. Dann nimmt auch noch Nino, Giulias Ex, Jan gefangen und nur durch die Hilfe von Fred kann er fliehen. Jan soll sofort abreisen, während sein Vater bleiben will, um zu helfen und zu filmen, doch Jan kann Giulia nicht im Stich lassen. Er kapert ein Boot und fährt nach Torre de Greco zu Giulias Famile, erlebt eine Massenpanik, sieht Asche und Tod. Als er Giulia findet, trägt er sie heldenhaft auf Händen über die Lava. Doch es ist noch nicht vorbei. Können sie der Hölle entkommen?
Das Cover hat mich überhaupt nicht angemacht und auch das Thema Vulkane fand ich nicht so verlockend – bis ich anfing, das Buch zu lesen. Dann war ich völlig begeistert. Es ist so was von spannend und auch das ganze Sachwissen über Vulkane, das man ganz nebenbei eingetrichtert bekommt, fand ich plötzlich faszinierend. Geradezu beängstigend fand ich, dass es wirklich keinen vernünftigen Evakuierungsplan für den Fall eines Ausbruchs des Vesuvs gibt. Wenn der einmal ausbricht, gibt es eine Katastrophe!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Gods and Warriors - Die Insel der Heiligen Toten"

Vor langer Zeit in Griechenland: "Gods and Warriors - Die Insel der Heiligen Toten"!

Michelle Paver, übersetzt von Gerald Jung und Sabine Reinhardus
Gods and Warriors – Die Insel der heiligen Toten
978-3-570-15704-6
cbj Verlag
Alter: 10+

Lykonien (das heutige Lakonien) in Griechenland zur Bronzezeit: Der junge Ziegenhirte Hylas, ein Findelkind, ist auf der Flucht vor den Krähenkriegern, die alle Fremdlinge töten wollen. Sein Hund Scram ist tot, seine Schwester Issi verschwunden und das Dorf gewährt ihm keinen Schutz. Von einem Pfeil verwundet, versteckt er sich in einem Grabhaus, wo er auf einen sterbenden Fremden von der Insel Keftiu (Kreta), der sich ebenfalls dort versteckt hält, trifft. Vor seinem Tod schenkt er Hylas ein Messer und bittet ihn, eine Haarsträhne von ihm ins Meer zu werfen. Auf dem Weg begegnet Hylas seinem besten Freund Telamon, dem Sohn des Stammesfürsten, der diese Freundschaft jedoch nie gutheißen würde. Telamon hilft Hylas, sein blondes Haar zu färben und stellt ihm seinen Pferdewagen für die Flucht zur Verfügung. Dafür wird er von seinem Vater bestraft und ausgepeitscht. Zur gleichen Zeit erreicht das Mädchen Pirra, die Tochter einer Priesterin von Keftiu, die Küste. Sie soll Telamon heiraten, doch sie will frei sein, fügt sich eine Narbe zu, damit sie als Braut nicht mehr interessant ist und besticht einen Fischer, der ihr sein Boot gibt und flieht damit. Hylas, der alles beobachtet hat, stiehlt das Beiboot der Keftiu und verirrt sich bald darauf auf dem Meer. Er wird von einem Hai angegriffen und gerät in einen Sturm, doch als er in seiner Not die ihm anvertraute Haarsträhne dem Meer übergibt, erscheint der Delfin Filos zu seiner Rettung. Anfangs gibt es noch Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den beiden, doch als Hylas erkennt, dass der Delfin ihm nichts Böses will, lässt er sich von ihm an Land schieben auf die Insel der Göttin, wo inzwischen auch Pirra gelandet ist. Die hungrige Pirra beobachtet, wie er mit dem Speer Fische fängt. Bei ihrer ersten Begegnung können sich die beiden nicht leiden. Sie findet ihn ungehobelt und er sie nutzlos, doch schon bald tun sie sich zusammen, um aus Material aus einem nahegelegenen Schiffswrack ein Floß zu bauen. Dann strandet Filos, dessen Schwarm spurlos verschwunden ist, auf der Insel und die beiden bedecken in mit einem Segel und begießen ihn mit Wasser, damit er überlebt. Mit vereinten Kräften gelingt es ihnen, den Delfin zurück ins Meer zu ziehen. Pirra erzählt Hylas, woher sie kommt und warum sie floh, auch, dass sie nichts mit den Krähen zu schaffen hat. Er glaubt ihr nicht und vertraut ihr nicht, aber sie ihm auch nicht. Er plant, sie auf der Insel zurückzulassen, doch plötzlich tauchen Schiffe auf. Die Krähen? Die Kinder verstecken sich in einer Höhle, die allerdings bei einem Beben einstürzt. Sie entdecken eine geheime Kammer mit einer Statue der Göttin und können durch einen Spalt entkommen. Sie ahnen nicht, dass Filos sie sucht und durch einen Kanal in die Höhle schwimmt. Im Freien sehen sie, dass der Wald abgebrannt ist und finden einen verletzten Löwen, den die von seinen Qualen erlösen und dann sein bitteres Fleisch essen. In einer Schlucht nimmt Akastos, der vor einiger Zeit auf der Insel Schiffbruch erlitten hat, Hylas gefangen, da er ihn für einen Spion der Krähen hält. Hylas soll ihm den Weg zum Wrack zeigen, doch er hat die Orientierung verloren und führt ihm vom Meer weg. Pirra folgt ihnen heimlich. Akastos will wissen, warum die Krähen Hylas verfolgen und er erzählt ihm seine Geschichte. Auch Akastos erzählt, und zwar von einem Bronzedolch, der unendliche Macht verleiht und hinter dem die Krähen her sind. Der Dolch trägt das Symbol des Wagenrades, das Feinde zermalmen soll und in ihm liegt die Macht des Herrscherclans von Mykene. Ist das Hylas Dolch, den ihm der Fremde geschenkt hat? Das Schiff der Krähen landet. An Bord ist auch Telamon. Kann Hylas seinem Freund noch trauen? Hylas wusste nicht, dass Telamons Vater mit den Krähen verbündet ist und erst recht nicht, dass Telamons Onkel Kratos deren Anführer ist. Kratos will um jeden Preis den Dolch und er will jeden Fremdling töten, denn wenn ein Fremdling diese Klinge schwingt, wird Koronos untergehen. Hylas muss sich zum Kampf stellen … !
Ein Abenteuer aus der Zeit vor über 3500 Jahren, noch vor dem antiken Griechenland und deren Göttern! Die Geschichte ist mindestens so spannend wie Pavers „Chroniken der Dunklen Wälder“ und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Der Clan der Wölfe - Donnerherz"

Vom Rudel verstoßen: "Der Clan der Wölfe - Donnerherz"!

Kathryn Lasky, übersetzt von Ilse Rothfuss
Der Clan der Wölfe – Donnerherz
978-3-473-36879-2
Ravensburger Verlag
Alter: 10+

Die Wölfin Morag wirft Junge, doch eines davon hat eine gespaltene Vorderpfote und eine merkwürdige Spiralzeichnung auf dem Fußballen. Gemäß den Gesetzen des Rudels gelten verkrüppelte Jungen als verflucht und müssen sterben. Die Obea Shibaan (eine Obea ist eine unfruchtbare Wölfin ohne Mutterinstinkte, die im Rudel die undankbare Aufgabe übernimmt, verfluchte Junge zum Sterben auszusetzen) bringt das Kleine fort. Auch Morag wird aus dem Rudel ausgestoßen, weil sie ein „fehlerhaftes“ Junges geboren hat, was nicht gut für das Rudel ist. Die anderen Jungen werden ihr weggenommen und von anderen Wölfinnen großgezogen. Was niemand im Rudel ahnt, die Grizzlybärin Donnerherz, die ihr Junges durch einen Puma verloren hat, rettet den todgeweihten Wolfswelpen, der beinahe im eisigen Fluss ertrunken wäre und nimmt ihn auf. Sie nennt ihn Faolan, Geschenk des Flusses. Vorher war sie voller Trauer und wollte nur noch sterben, doch nun hat ihr Leben wieder einen Sinn. Sie säugt den Welpen und er wächst und gedeiht. Da sie jedoch nicht viel Ahnung von Wölfen hat, macht sie sich Sorgen, ob sie ihn auch richtig „erzieht“. Doch das Wichtigste ist, dass sie ihn liebt und auch der kleine Faolan liebt seine „Milchgeberin“. Später bringt sie ihm bei zu jagen und zu fischen und wie ein Bär auf den Hinterbeinen zu gehen, was für einen Wolf nicht gerade eine leichte Übung ist. Sie zwingt ihn auch, beim Graben seine spezielle Pfote zu benutzen anstatt sie zu schonen. Erst als Faolan eine andere Bärenmutter mit ihrem Jungen am Fluss sieht, begreift er, dass er anders ist und anders riecht als ein Bär. Als der Winter kommt, muss die Bärin Winterschlaf halten, doch Faolan hat inzwischen gelernt, sich selbst zu versorgen. Er fühlt sich nur etwas einsam und langweilt sich. Als er eines Tages von der Jagd zurückkommt, ist Donnerherz verschwunden. Er ahnt nicht, dass sie auf der Suche nach ihm die Höhle verlassen hat und bei einem Erdbeben ums Leben kam. Faolan sucht nach ihr und wandert bis zum Frostwald. Erstmals trifft er auf andere Wölfe. Es sind Clanlose und er kämpft mit ihnen um Beute. Obwohl er jünger als die anderen ist, ist Faolan viel größer und kräftiger. Durch die nahrhafte Bärenmilch und das ungewöhnliche Training besitzt er einen mächtigen Brustkorb und muskulöse Beine, kann hoch springen und sogar aufrecht gehen. Im Wald kommt es auch zum Kampf mit einem Puma. Faolan gewinnt ihn und ehrt den Tod des Puma, bevor er dessen Fleisch frisst. Auf seiner Reise findet er eine Höhle, deren Wände mit Malerei geschmückt sind, die eine Geschichte mit Wölfen zu erzählen scheinen. Faolan ist fasziniert und neugierig auf ein echtes Rudel. Er fragt sich, wo er hingehört. Als er eine Bärin am Fluss sieht, ist diese durch seine Körpersprache verwirrt und fragt: „Was bist Du?“. Nachdem er erfolgreich eine Rentier-Kuh gejagt und getötet hat, bedankt er sich bei ihr und frisst. Er muss den Körper vor hungrigen Raben in Sicherheit bringen. Als nur noch die Knochen übrig sind, nagt er Muster hinein und stapelt sie, so wie es ein Knochennager in einem Wolfsrudel tun würde. Er beschließt, sich im nächsten Winter einem Rudel anzuschließen. Doch zunächst findet er den Schädel von Donnerherz und versinkt in Trauer um seine „Milchgeberin“. Er denkt über den Tod nach und macht sich Gedanken über ein Jenseits, einen Himmel für Wölfe, Bären und Rentiere. Mit dem Klagelied, das er singt, weckt er die Aufmerksamkeit der Eule Gwynneth, die gerade kunstvolle Blätter schmiedet. Sie sucht ihn auf und die beiden kommen ins Gespräch. Sie erzählen sich gegenseitig ihre Geschichten und stellen fest, dass sie viel gemeinsam haben. Auch Gwynneth hatte zwei Mütter. Faolan würde gerne bei ihr bleiben, doch sie meint, dass er zu den Wölfen gehört. Er beobachtet ein Rudel und vergleicht ihr Verhalten mit dem der Wölfe auf den Höhlenmalereien. Doch auch er wird von ihnen beobachtet, zumindest verfolgen sie seine Spuren. Sein seltsamer Pfotenabdruck verleitet sie zu dem Trugschluss, er würde unter der gefährlichen Geiferseuche leiden. Aus Angst und um ihr Rudel zu schützen, wollen sie ihn töten und verbrennen. Nur Sark, die Sumpfhexe erahnt die Wahrheit. Kann Faolan das Rudel umstimmen? Kann er sich im Kampf behaupten? Wird er in das Rudel aufgenommen?
Ein „tierisch“ spannendes Abenteuer für die Fans von „Warrior Cats“ und Co. von der Autorin der berühmten Eulen-Saga „Legende der Wächter“. Ihre Eulen haben im „Clan der Wölfe“ auch einige „Gastauftritte“. Ich bin schon gespannt, welche Abenteuer Faolan noch bevorstehen. Weiter geht es mit Band 2 „Schattenkrieger“.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Samstag, 19. April 2014

FROHE OSTERN!

Ich wünsche allen meinen Lesern FROHE OSTERN und ganz viele tolle Bücher im Osternest!

Eure Very

Mittwoch, 16. April 2014

Erlebt mich LIVE beim Lesefestival!

Erlebt mich LIVE beim Lesefestival!“

Ihr wohnt in der Nähe von Ravensburg und habt am 23.4.2014 (ist übrigens der Welttag des Buches) noch nichts vor? Dann könnt Ihr mich auf dem 1. Ravensburger Lesefestival live erleben! Ich werde ein bisschen was über meinen Blog erzählen und Tipps geben, wie man Buchtipps schreibt. Bloggen ist kein Hexenwerk ;-). Wenn ich das kann, könnt Ihr das auch! Außerdem kommt noch ein Online-Redakteur der Schwäbischen Zeitung, der erzählt, wie professionelle Blogger arbeiten. Karten gibt es im Medienhaus Schwäbischer Verlag in der Karlstraße 16 in Ravensburg. Mehr über das Lesefestival erfahrt Ihr hier:


Und hier noch mal das Wichtigste in Kürze:

Was: Blog-Seminar
Wann: 23.4.2014 von 10-13 Uhr
Für Wen: Jugendliche ab 12 (Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt!)
Wo: Medienhaus Schwäbischer Verlag (Adresse siehe oben)

sämtliche Infos findet Ihr auch hier:


Ich freue mich auf Euch!

Eure Very


"Mit Worten kann ich fliegen"

Stumm aber nicht dumm: "Mit Worten kann ich fliegen"!

Sharon Draper, übersetzt von Silvia Schröer
Mit Worten kann ich fliegen
978-3-7641-7010-3
Ueberreuter Verlag
Alter: 12+

Melody ist fast 11 und hat noch nie ein Wort gesprochen. Sie leidet unter Zerebralparese. Obwohl sie geistig topfit und sogar richtig schlau ist, wird sie aufgrund ihrer körperlichen Behinderung von allen unterschätzt. Als Baby wurde sie von ihren Eltern buchstäblich in Watte gepackt, nur die Nachbarin Mrs. V., die manchmal auf sie aufpasste, erkannte ihr wahres Potential. Anfangs ließ sie sie einfach mal ohne tausendfache Sicherungen auf dem Boden liegen und nach Spielzeug greifen, später übte sie mit ihr die Kommunikation mit Bildkarten. Normalerweise muss Melody im Rollstuhl festgeschnallt werden, denn manchmal wird sie zum Tornado, wenn sie sich aufregt. Manchmal will sie ihren Eltern etwas mitteilen. Ihre Eltern verstehen sie nicht. Sie verstehen vieles nicht. Ihr Goldfisch Ollie sprang aus seinem Glas und sie versucht, Wasser über ihn zu gießen um ihn zu retten. Ihre Eltern schimpfen, missverstehen die Situation. Im Supermarkt zeigt sie auf die bunten Bauklötze und schreit. Ihre Mutter meint, die könne sie nicht haben. Wie sollte sie auch wissen, dass Melody sie nur warnen wollte, da sie im Fernsehen gesehen hat, dass genau dieses Spielzeug giftige Farbe enthält. Sie weiß auch noch die Nummer der Info-Hotline. Sie weiß noch alle Telefonnummern, die sie je im Fernsehen eingeblendet gesehen hat, weil sie ein unglaubliches Gedächtnis hat. Sie mag Musik. Musik hat für sie Farben. Klassik ist blau, Jazz braun und Country zitronengelb. Country mag sie am liebsten. Als entschieden werden soll, ob sie zur Schule gehen kann, hält ihr Kinderarzt sie, obwohl sie hochbegabt ist, für geistig zurückgeblieben, weil sie mit ihren Händen keine Klötze stapeln kann. Sie kommt in der Schule in eine spezielle Klasse, wo sie total unterfordert ist. Der Unterricht ist was für Kleinkinder. In der 3. Klasse sind sie immer noch beim ABC, hören Kinderlieder und basteln zu Weihnachten an einem blöden Styropor-Schneemann herum. Melody ist frustriert. Sie weiß doch schon so viel, hat unzählige Wörter, Sätze, Lieder und Gedichte im Kopf. Sie lernt aus dem Fernsehen und aus Hörbüchern. Ein normales Buch kann sie leider nicht festhalten. In der Schule gibt es seit kurzem eine Integrationsmaßnahme mit gemeinsamem Musikunterricht für alle Schüler. Die Mädchen Molly und Claire ärgern Melody und müssen den Rest der Stunde stehen, damit sie erkennen, wie gut es ihnen geht, dass sie nicht im Rollstuhl sitzen müssen. Melody freundet sich mit Rose an. Vorher hatte sie noch nie eine Freundin, dafür hat sie einen Hund, einen Golden Retriever namens Toffee und eine kleine Schwester, Penny, die gesund und „normal“ ist. Ihr größter Wunsch ist es jedoch, Sprechen zu können. Im Fernsehen sieht sie Stephen Hawking, der einen Sprachcomputer benutzt. Ihr Traum wird wahr, als sie auch so einen bekommt. Mit dem Medi-Talker kann sie endlich ihren Eltern sagen, dass sie sie liebt und in der Schule zeigen, was sie kann. Die Reaktionen ihrer Mitschüler sind unterschiedlich. Sie qualifiziert sich für den Wettbewerb der Superhirne, doch die anderen Schüler und der Lehrer Mr. Duming glauben, dass sie schummelt. Immerhin hat sie ja einen Computer und die Studentin Catherine als persönliche Hilfskraft. Nach einem weiteren Test schafft sie es jedoch ins Team. Den anderen ist das unangenehm. Sie gewinnen den regionalen Wettbewerb Südwest-Ohio, der live im Fernsehen übertragen wird. Beim anschließenden Essen im Restaurant starren alle Melody an. Am nächsten Tag ist nur ihr Bild in der Zeitung. Die anderen sind sauer und „vergessen“ sie, als sie zum Finale nach Washington fliegen und der nächste mögliche Flug wurde leider gestrichen. Melody ist traurig und enttäuscht. Was nun?
Das perfekte Buch für alle Fans von „Wunder“ und Co.! Die sympathische Heldin Melody muss man einfach lieben! Vielen ihrer Mitmenschen würde man allerdings am liebsten eine verpassen. Es ist einfach fies, wie gemein manche zu ihr sind. Und die, die es gut mit ihr meinen, möchte man auch am liebsten schütteln, damit sie endlich begreifen, was in ihr steckt. Mit etwas technischer Unterstützung gelingt es Melody dann auch, ihren Weg zu gehen. Ein wundervolles Buch, das zu Herzen geht!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Echt mieses Timing"

Himmel oder Hölle?: "Echt mieses Timing"!

Martha Brockenbrough, übersetzt von Anne Braun
Echt mieses Timing
978-3-7915-2704-8
Dressler Verlag
Alter: 14+

Jerome ist siebzehn, als sein Leben ein jähes Ende nimmt. Sein Cousin Mike schießt ihm versehentlich einen Pfeil in den Kopf. Da Jerome nicht gerade ein Musterknabe war, wird ihm der Zugang zum Himmel verwehrt. Nein, er landet auch nicht direkt in der Hölle. Da die unteren Höllenkreise überfüllt sind, bekommt er in der Seelen-Reha noch eine Chance, doch noch irgendwann in den Himmel zu kommen. Dafür muss er sich allerdings als Schutzengel beweisen. Er bekommt das Mädchen Heidi zugeteilt und begleitet sie seit ihrer Geburt. Heidi glaubt verrückt zu sein, da sie Jeromes Stimme in ihrem Kopf hört. Eigentlich soll Jerome nicht mit seinem Schützling sprechen, doch das hat er im Regelbuch für Schutzengel falsch verstanden. Er dachte, die Regel „kein Verkehr mit den Lebenden“ hätte irgendwas mit Sex zu tun. Als Heidi noch ein kleines Kind war, dachten alle, Jerome sei ihr imaginärer Freund. Jetzt ist Heidi siebzehn, groß für ihr Alter, so dass sie praktisch dazu gezwungen wird, Basketball zu spielen, hat einen nervigen, kleinen Bruder namens Rory und einen Schwarm namens Sully, der nicht einmal weiß, dass sie überhaupt existiert, bis zu Heidis peinlichem Auftritt bei der Schul-Talentshow jedenfalls. Sully ist übrigens der Schützling von Jeromes Kollegen Howard, der seine Aufgabe genau so wenig ernst nimmt, wie Jerome. Howard war zu Lebzeiten ein Tierquäler. Auch Jerome hat den Tod einer Katze zu verantworten, die er nach zu viel Jägermeister mit Mike vom Dach geworfen hat, doch das ist eine andere Geschichte. Aufgrund einer Sperre kann Jerome nicht mehr fluchen, ohne Kopfschmerzen zu bekommen, also sagt er einfach „Scheibe“ statt „Scheiße“ etc.. Howard hat einen Weg gefunden, diese Sperre zu umgehen und trickst auch sonst gewaltig. Als Jerome eines Tages nicht aufpasst, bricht Heidi in einen zugefrorenen See ein und da er nicht körperlich ist, kann er nichts für sie tun. Plötzlich schwebt ihre Seele neben ihm und sie kann ihn zum ersten Mal sehen. Jerome beschließt, dieses Schlamassel seinen Vorgesetzten Gabriel und Xavier zu verschweigen und Heidi heimlich zur Hintertür des Himmels zu bringen, doch sie kann diese Tür nicht sehen. Also schweben die beiden durchs Einkaufszentrum, schnuppern Kuchenduft und spionieren Heidis Schwarm hinterher. Dann erfährt Jerome, dass Heidis Seele sich auflösen wird und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Sie will sich von ihrer Familie und ihrer besten Freundin verabschieden. Ihr Hund Jiminy kann ihre Seele sehen. Dummerweise wird Jiminy von Mrs. Thorpe angefahren, die ihn in die Tierklinik bringt, aber verschweigt, dass sie es war, die ihn angefahren hat. Jiminys Seele verlässt seinen schwer verletzten Körper und jagt einem Eichhörnchen nach. Heidi übernimmt den Hundekörper, damit Jiminy noch eine Chance hat. Inzwischen hat es der grausame Howard auf Heidi abgesehen. Er will sehen, wie ihre Seele ins Nichts verschwindet. Er täuscht sie und gibt sich als Engel aus. Was jedoch weder Heidi noch er wissen ist, dass Heidi noch gar nicht tot ist. Ihr Körper liegt im Koma. Sie wundert sich über die Reaktion ihrer Familie, als sie mit ihrer Hundepfote „Heidi sagt Ade“ schreibt. Plötzlich brechen alle überstürzt auf zum Krankenhaus. Heidi sucht ihre beste Freundin Megan auf, die wegen ihrer durchgeknallten Mutter an alles Übersinnliche glaubt und bittet sie um Hilfe. Jerome sucht währenddessen nach Heidi und versucht, den fiesen Howard aufzuhalten, bevor der seinen Plan, Heidis Seele zu vernichten, in die Tat umsetzen kann. Doch die Zeit wird knapp … .
Übersinnlich, spannend und herrlich witzig! Der schusselige Schutzengel Jerome und die nicht weniger schusselige Heidi sind ein ungewöhnliches Team. Richtig cool fand ich das Ende, von dem ich hier aber nichts verrate ;-). Was mir auch besonders gefiel, waren die Auszüge aus dem „Handbuch für Schutzengel“ und überhaupt die ganze Idee mit der Seelen-Reha für missratene, verstorbene Jugendliche.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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"Schwarzweiß hat viele Farben"

Willkommen in Caitlins Welt: "Schwarzweiß hat viele Farben"!

Kathryn Erskine, übersetzt von Ingrid Ickler
Schwarzweiß hat viele Farben
978-3-86873-665-6
Knesebeck Verlag
Alter: 10+

Die zehnjährige Caitlin hat das Asperger-Syndrom. Ihre geordnete Welt gerät durch den Tod ihres älteren Bruders Devon aus den Fugen. Devon wurde bei einem Amoklauf an seiner Schule getötet. Ein Schuss traf sein Herz. Ohne Devon fällt es Caitlin schwer, die Welt und die Menschen zu verstehen. Ihr Vater trauert allein für sich und weicht dabei von der für Caitlin wichtigen Routine ab, was sie nur noch mehr verwirrt. In der Schule versucht Mrs. Brook, Caitlin zu helfen, mit all den Gesichtern und Gefühlen klarzukommen. Caitlin versteht nicht, warum sie bei einer Gruppenarbeit mitmachen soll. Sie kann doch auch ihre eigene Gruppe sein. In den Pausen hält sie sich fern von den anderen Kindern und soll ab jetzt die Pausen mit den Kleinen verbringen, um so vielleicht Freunde zu finden. Doch das will sie gar nicht, sie ist lieber allein. Dann trifft sie Michael. Michaels Mutter war Lehrerin und starb bei dem gleichen Amoklauf wie Devon. Sie schenkt ihm Gummiwürmer und Smiley-Sticker. Immer, wenn Caitlin durch richtiges Verhalten, wie Danke-sagen oder Dem-Menschen-ins-Gesicht-schauen, positiv auffällt, bekommt sie von ihrem Vater so einen Sticker. Wenn sie genug gesammelt hat, darf sie ein Video anschauen. Caitlin beeindruckt Michaels Freunde, weil die das Alphabet rülpsen kann. Michael und Caitlin unterhalten sich darüber, was die Erwachsenen wohl damit meinen, wenn sie davon reden, eine schwierige Situation zum Abschluss zu bringen und was das mit dem Tod von Devon und Michaels Mutter zu tun hat. Schließlich meint Caitlin, die Lösung gefunden zu haben. Devon konnte sein Pfadfinder-Projekt, eine besondere Truhe, nicht mehr zum Abschluss bringen. Also muss sie das jetzt tun, mithilfe ihres Vaters. Der versteht gar nicht, was sie meint und will nicht mal mit ihr in den Baumarkt fahren. Es geht ihm nicht gut, aber er sagt, er könne sich keine Therapie leisten. Caitlin findet, er könne doch auch einfach zu Mrs. Brooks gehen. Doch die muss ausgerechnet jetzt verreisen, da ihre Schwester mit Zwillingen schwanger ist und es Komplikationen gibt. Caitlin versteht nicht, welchen Ärger Babys machen können, die noch nicht einmal geboren sind. Mit ihrem Vater besucht sie ein Meeting für Angehörige, dessen Sinn ihr nicht einleuchten will. Außerdem muss man da Den-Menschen-ins-Gesicht-schauen. Zumindest kann sie ihren Vater endlich dazu bewegen, die Truhe in Angriff zu nehmen. Leider missversteht sie den Begriff Quarter-Cut-Oak und malträtiert die Eiche im Garten mit einer Münze (Quarter). Dabei verletzt sie sich die Hände, was Mrs. Brooks, die endlich zurück ist, in der Schule Anlass zur Sorge gibt. Die Arbeit an der Truhe ist auch schwer für Caitlins Vater aber gut für die beiden. Sie haben zusammen etwas starkes und schönes gemacht. Devon wäre stolz. Zum Schluss ritzt Caitlin ihren Spitznamen SCOUT in den Boden der Truhe. Sie erzählt Michael von den Projekt und der will wissen, wie er denn abschließen kann. Die Frage kann Caitlin ihm nicht beantworten. Sie besucht jedoch Michaels Schulaufführung, wie sie es ihm versprochen hat. Außerdem findet sie heraus, dass der gemeine Josh gar nicht so gemein ist, wie sie immer dachte. Er hilft Michael auf dem Klettergerüst, damit der nicht runter fällt. Die meisten Kinder mögen Josh nicht, weil sein Cousin der Amokläufer war. Zum ersten Mal macht Caitlin bei einer Gruppenarbeit mit. Ihre Gruppe bekommt eine 1. Für ihre detailreichen Vogelzeichnungen wird sie von allen gelobt. Sie zeichnet immer schwarzweiß und mag keine gemischten Farben. Nächstes Jahr, wenn sie auf die Highschool kommt, will sie unbedingt in die Kunst AG … .
In Caitlin konnte ich mich sehr gut hinein versetzten, da wir viel gemeinsam haben. Deshalb fand ich das Buch so toll. Aber auch die Geschichte ist wirklich sehr gut und beeindruckend erzählt. Ich wünschte, es gäbe mehr Bücher wie dieses!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Mittwoch, 9. April 2014

"Es wird keine Helden geben"

Ein geniales Debüt einer jungen Autorin: "Es wird keine Helden geben"!

Anna Seidl
Es wird keine Helden geben
978-3-7891-4746-3
Oetinger Verlag
Alter: 14+

Fast wäre Miriam an diesem Tag zu spät zur Schule gekommen, wenn ihr Freund Tobi ihr keine SMS geschickt hätte. So kommt sie noch pünktlich. Sie konnte ja nicht ahnen, was an diesem Tag geschehen und wie sehr es ihr Leben verändern würde. In der Pause fallen plötzlich Schüsse. Ein Amoklauf! Miriam versteckt sich mit ihrer Freundin Joanne auf dem Klo. Draußen herrscht Panik. Der Amokläufer ist ganz nah. Sie sieht, wie ein Junge namens Philipp stirbt. Sie ist unfähig zu handeln, kann sich nicht bewegen. Sie muss mitansehen, wie ihr Freund Tobi auf dem Flur verblutet und tut nichts, um ihn zu retten. Sie kann nicht. Das Leben ist kein Film. Es gibt keine Helden. Jeder ist sich selbst der Nächste. Auch Miriam wird angeschossen. Dann ist alles vorbei. Und fängt gerade erst an. Das Danach, die Schuld, die Trauer … . Warum hat sie überlebt? Warum musste Tobi sterben? Wie soll sie ohne Tobi weiterleben? Hat sie vielleicht sogar Schuld an dem Amoklauf? Immerhin gehörte sie zu denen, die Matias aus der Parallelklasse, den Amokläufer, immer gemobbt haben. Sie hat echt üble Kommentare über ihn abgegeben und ihn mal ganz fies abblitzen lasse, als er mit ihr zum Tanzstundenball wollte. Bei Miriam zuhause gibt es Probleme. Sie meint, ihre Eltern würden sie wie ein trotziges kleines Kind behandeln. Sie will einfach in Ruhe gelassen und nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Wenigstens ihr Opa versteht sie und ist für sie da. Ihre Freundin Joanne hingegen ignoriert sie und schweigt. Miriams Mutter, die die Familie verlassen hat, kommt zurück. Miriam will das nicht. Sie war auch sonst nie für sie da. Immer wieder ruft sie Tobis Mailbox an, um seine Stimme zu hören, bis seine Eltern schließlich sein Handy abmelden. Die Schule geht weiter, zunächst allerdings im Container. Es gibt einen Gedenkgottesdienst, eine Schülerversammlung und Trauerbegleiter für die Schüler. Miriam erträgt das alles nicht. Ihre Freundin Tanja ist nach Berlin gezogen und ist auch nicht mehr auf Facebook zu erreichen. Sophia wird langsam zum Junkie und hängt nur noch mit den Kiffern ab. Joanne schweigt noch immer. Nur Vanessa bleibt Miriam als Freundin. Miriam geht zur Therapeutin Dr. „Nenn mich Rosalie“ Frei. Sie hat vor allem Angst und rastet bei der Therapie aus. Sie kann einfach nicht mehr. Sie schreit Tobis Grabstein an: „Warum hast du mich verlassen, du Arsch?“. Immer wieder muss sie daran denken, wie sie Matias gemobbt haben. Vor allem Tobi konnte da ganz schön fies sein. Sie beschimpften ihn als Loser und Fettsack, fragten ihn, ob er noch nie was von Dusche oder Deo gehört hätte etc. . Mit ihrer Mutter geht Miriam zur Mutter von Joanne, weil sie sich große Sorgen um ihre Freundin macht. Zu Recht, wie sich wenig später herausstellt. Joanne bringt sich um. Die Osterferien verbringt Miriam mit ihren Eltern am Meer. Als sie wieder zuhause ist, beginnt sie eine Gruppentherapie. Ihr Leben wird nie mehr so sein wie zuvor, aber es wird besser. Und dann ist da ja auch noch Stephen … .
Dieses Buch hat mich wahnsinnig beeindruckt. Ich konnte kaum glauben, dass das eine 16-Jährige geschrieben hat. Es ist einfach unheimlich fesselnd und sprachlich brillant geschrieben. Das Thema ist natürlich krass und es kommt einem vor, als wäre man hautnah dabei. Wie kann man über so etwas so realistisch schreiben, ohne es selbst erlebt zu haben? Man wird beim Lesen so mitgerissen von der Geschichte, dass man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein sehr beeindruckendes Debüt! Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Bücher von Anna Seidl.
Viel Spaß beim Lesen!!!

"Astrids Plan vom großen Glück"

Ein spannendes Abenteuer auf einer einsamen Insel: "Astrids Plan vom großen Glück"!

Levi Henriksen, übersetzt von Angelika Kutsch
Astrids Plan vom großen Glück
978-3-423-76090-4
dtv junior Verlag
Alter: 10+

Astrids Eltern lassen sich scheiden. Bevor sie nun endgültig getrennte Wege gehen, wollen sie zusammen das gemeinsame Ferienhaus in Schweden verkaufen. Das kann Astrid nicht zulassen. Sie will unbedingt, dass ihre Eltern wieder zusammenkommen und hat auch schon einen Plan. Wenn Astrid Kopfstand macht, hat sie immer die besten Ideen. Sie kann Papas neue Freundin Andrine, die sie als „Pony-Pia“ bezeichnet, genauso wenig ausstehen wie Mamas neuen Partner Tormod, den sie immer „Domrot“ nennt. Mit denen will sie auf keinen Fall in den Ferien verreisen. Zur Vorbereitung ihres genialen Plans bricht sie in der Schultheaterpause in das Büro des Hausmeisters ein und entwendet einen Bolzenschneider, was jedoch nicht ohne Komplikationen abgeht. Gerade noch rechtzeitig schafft sie es, wieder als Pippi Langstrumpf auf der Bühne zu stehen. Sie lässt die Handys von Andrine und Tormod sperren und verteilt Superkleber auf der Kloschüssel, so dass Tormod kleben bleibt. Dann ergreift Astrid die Flucht. Sie will abhauen auf die Teufelsinsel, wohin ihre Eltern ihr folgen sollen, und dann wird alles wieder gut. So ist zumindest der Plan. Sie besorgt sich Fernglas, Vorräte und Campingzubehör und steigt in den Zug, der von Norwegen nach Schweden fährt. Dort klaut sie ein Motorboot und fährt zur Insel. Da tauchen wenig später ihre besorgten Eltern auf, die ihre Nachricht bekommen haben. Allerdings sind sie nicht nur besorgt, sondern auch ziemlich sauer. Astrid hat das Boot der Eltern losgemacht und Papa bleibt beim Hinterher-schwimmen unter Wasser mit dem Fuß hängen und bricht sich unglücklich das Bein. Astrids Boot ist plötzlich auch spurlos verschwunden. Es beginnt zu regnen, bald tobt ein Gewitter über die Insel und sie müssen in einer Höhle Schutz suchen. So hatte sich Astrid das nicht vorgestellt. In der Höhle ist es unheimlich und es sieht so aus, als sei kürzlich jemand hier gewesen. Ist die Legende von Einsiedler etwa wahr? Richtig gefährlich wird es, als ein Boot mit zwei Gangstern und deren Entführungsopfer, dem Millionenerben Gyllensjöld, anlegt. Astrids Mutter meint, dass Astrid mit deren Boot Hilfe holen soll, aber die haben den Zündschlüssel mitgenommen und außerdem noch den Benzinschlauch, nachdem sie gemerkt haben, dass jemand (Astrids Mutter) versucht hat, die Zündung kurzzuschließen. Dann finden die Gangster auch noch Astrids Vater und nehmen ihn gefangen. Astrid trifft auf Milo Milodragovitch, den „Einsiedler“. Er kam aus Jugoslawien (als das Land noch so hieß) hierher, nachdem er Frau und Sohn verloren hat. Astrid erzählt ihm, dass ihr Vater aus der Tschechoslowakei kommt und das Land jetzt auch geteilt ist. Milo bietet Astrid seine Hilfe an. Er war es, der ihr Boot versteckt hat. Er will allein sein und seine Ruhe haben, daher verjagt er alle Besucher von der Insel. Astrids Mutter wird erwischt, als sie den Benzinschlauch aus dem Lager der Entführer stehlen will und ist und auch deren Gefangene. Astrid und Milo schleichen sich an und befreien die Eltern. Leider fängt der entführte Gyllensjöld an zu schreien und die Gangster werden wach. Es kommt zum Kampf und Milo wird angeschossen. In letzter Minute gelingt ihnen die Flucht mit dem Boot. Sind sie jetzt gerettet? Werden sich Astrids Eltern versöhnen? Wird Milo wieder gesund?
Bei dem locker-leichten Titel und dem fröhlichen Cover hatte ich nicht damit gerechnet, eine derart actionreiche Story serviert zu bekommen. Es wird so richtig spannend und aufregend und manchmal sogar ein bisschen gruselig. Dennoch oder gerade deshalb ist es ein tolles Buch, das mir wirklich super gefallen hat!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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