Mittwoch, 5. Juni 2013

"Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife"

Edelweißpiraten: "Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife"!

Elisabeth Zöller
Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife
978-3-446-24024-7
Hanser Verlag
Alter: 12+

1943: Der siebzehnjährige Paul ist der Sohn eines jüdischen Brennstoffhändlers. Anstatt sich wie befohlen im Sammellager zu melden, flieht Paul nach Köln und trifft dort auf Franzi. Die macht ihn mit ihren Freunden, den Edelweißpiraten, bekannt. Sie treffen sich zum Musizieren, hängen herum und rauchen, legen sich mit der HJ an, mit deren Idealen sie gar nichts anfangen können. Oberkommissar Ziegen von der Gestapo sind die Edelweißpiraten ein Dorn im Auge und er versucht alles, um sie aufzuspüren und festzunehmen. Paul kommt in einer Schrebergartenhütte unter und die anderen treffen sich oft dort. Die Hütte gehört Opa Tesch, der nichts von den Nazis hält, im Gegenzug zu seinem Enkel, der stolz bei der HJ mitmacht. Eines Tages wird einer der Gruppe bei einem Überfall auf einen Güterzug erschossen, andere werden geschnappt und verhört. Die Edelweißpiraten werden immer radikaler. Statt nur zu singen und herumzualbern, verteilen sie nun Flugblätter und sabotieren das System, wo sie nur können. Einmal lassen sie die Flugblätter sogar in der Bahnhofshalle von der Decke regnen. Billi, die als Krankenschwester arbeitet, stiehlt einem Toten seine Papiere. Mithilfe des Fälschers Otto gelangt Paul so zu einer neuen Identität. Er ist jetzt Peter König, bombengeschädigter Arier und kann Lebensmittelmarken und eine Arbeitserlaubnis beantragen. Arbeit findet er in der Gärtnerei, in der auch Franzi arbeitet. Dort kann er in der Scheune wohnen, zusammen mit dem Pferd Hennes, das er der Gärtnerei ankauft. Außerdem kann er so viel Zeit mit Franzi verbringen, obwohl bei der Arbeit kein „Techtelmechtel“ geduldet wird. Bastian, der ebenfalls Gefühle für Franzi hat, sieht das nicht so gerne. Bastian macht eine Lehre bei Ford, bringt sich aber dort ständig in Schwierigkeiten und wird irgendwann in ein Wehrertüchtigungslager und dann zum Osteinsatz geschickt. Mit seinem Kollegen Jablonski verübt er auch dort Sabotage. Er erfährt, dass sein Vater gestorben ist und seine Mutter zieht mit der kleinen Schwester zur Tante. Bastian in nun auf sich gestellt. Ziegen hat ein waches Auge auf ihn. Als Bastian und Jablonski Schleifmittel ins Motoröl für die LKWs, die an die Front geschickt werden, mischt, wird die Sabotage entdeckt und Bastian verhaftet. Ziegen hat auch Paul/Peter im Auge, der er ihm verdächtig erscheint. Von der Familie König ist niemand mehr am Leben, der Paul enttarnen könnte, doch Ziegen findet ein Dienstmädchen, das für die Familie gearbeitet hat. Die mutige und herzensgute Frau deckt Paul jedoch und bestätigt, dass er Peter König sei. Ziegen ist beruhigt und heuert Paul als Spitzel an, da er weiß, dass er Kontakt zu den Edelweißpiraten hatte. Als Doppelagent bespitzelt Paul jetzt Ziegen und gibt Informationen an seine Freunde weiter. Doch dann soll Bastian hingerichtet werden und Paul sieht sich gezwungen, etwas zu unternehmen. Er erschießt Ziegen und Bastian kann fliehen. Für wie lange? Wann ist der Krieg endlich vorbei? Und was wird aus Paul?
Obwohl es sich hier um einen Roman handelt, die Edelweißpiraten gab es wirklich. Sie rebellierten gegen das Nazi-System und wollten frei ihr eigenes Leben leben. Paul, Bastian, Franzi und ihre Freunde stehen für diese jungen Menschen und ihre Schicksale. Einige Ereignisse, wie die Flugblattaktion am Bahnhof, sind wirklich genauso passiert. Durch dieses Buch bekommt man einen guten Einblick in Vergangenheit, weil alles so lebendig und realistisch beschrieben wird. Es liest sich nicht wie ein langweiliges Geschichtsbuch, sondern eher wie ein spannender Krimi.
Viel Spaß beim Lesen!!!

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Kommentare:

  1. Liebe Verena, ganz herzlichen Dank für die gute Besprechung des Buches "Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife". Solche Rezensionen sind für mich immer Ansporn und Ermutigung. Geschichtsthemen müssen nicht langweilig sein und machen so vielleicht auch außerhalb des Schulunterrichtes Spaß. Ja, die Edelweißpiraten gab es tatsächlich und die Figur des Bastian ist in Anlehnung an die Biografie von Fritz Theilen entstanden, der leider im vergangenen Jahr verstorben ist.
    Herzliche Grüße aus Münster
    Elisabeth Zöller

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  2. Das freut mich sehr, dass Ihnen meine Rezension gefallen hat, ist aber auch wirklich ein tolles Buch!
    Herzliche Grüße
    Very

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